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Test: DJI Osmo 360 – 360-Grad-Actioncam vom Drohnenspezialist - Laufzeit und Akku, Fazit und Testergebnisse

| Joachim Sauer

Seite 5 von 5: Laufzeit und Akku, Fazit und Testergebnisse

PRAXIS

{loadposition_rc1}Sollen 360-Grad-Kameras eine echte Alternative zu Actioncams sein, müssen sie eine gute Bildstabilisierung liefern. Diese können wir der DJI Osmo 360 ohne Zweifel attestieren. Durch den kompakten Formfaktor ragte sie bei unseren Actioncam-Tests am Fahrradlenker nur wenig in die Höhe, wodurch sich Unebenheiten weniger übertragen. Sowohl bei Abfahrten als auch Anstiegen im Wiegeschritt ließ die Kamera keine Unruhe zu, einzig harte Querrillen im Asphalt wurden auf das Kamerabild übertragen. Damit liegt die Osmo etwa auf dem Niveau der Action 5 aus dem gleichen Haus. Vergleichbar ist auch die Bildqualität, die dank D-Log M auf einem professionellen Niveau liegt. Natürlich erreichen die Sensoren nicht den Detailreichtum von „ausgewachsenen“ Digitalkameras, im Action- und Social Media-Kontext sind die Aufnahmen jedoch uneingeschränkt nutzbar. Gestört hat uns bei den Action-Aufnahmen auf dem Fahrrad das Rattern der Halterung, ein eigentlich schon gelöstes Problem von DJI. Während der Aufnahmen war das Rattern nicht zu hören, doch bei der Kontrolle im Schnitt war das Geräusch omnipräsent.

Wer den Ton direkt während der Aufnahme kontrollieren will um beispielsweise auf das Rattern der Halterung zu achten, muss drahtlose Kopfhörer mit der Kamera verbinden.

{loadposition_rc2}Das DJI ihren Drohnen und Actioncams eine umfangreiche Rauschunterdrückung verpasst, haben die Modelle in der Vergangenheit häufig bewiesen. Die Osmo 360 macht da keine Ausnahme, was zu unterschiedlichen Eindrücken bei Schwachlicht-Aufnahmen führt. Schon bei ISO 200, eine Stufe über der nativen ISO-Empfindlichkeit, ist ein Bildrauschen sichtbar. Dieses nimmt bis ISO 800 zu, ab ISO 1600 greift die Rauschunterdrückung ein. Dadurch bleibt das Rauschen bis ISO 3200 im vertretbaren Rahmen, jedoch bei deutlich geringerer Detailschärfe. Wer das in Kauf nehmen kann oder muss, kann die Kamera durchaus bis zu dieser Stufe nutzen. Steht hingegen Detailreichtum im Vordergrund, ist bei ISO 800 Schluss. Ganz vernachlässigen kann man alle ISO-Stufen über 3200, die vom Rauschen nicht mehr für professionelle Ansprüche ausreichen. 

ISO 800 und ISO 3200 stellen für uns je nach Priorität die Grenzen des vertretbaren Bildrauschens dar. Deutlich zu erkennen ist der Eingriff der Rauschunterdrückung bei der höheren Empfindlichkeit.

FAZIT

Joachim Sauer VIDEOAKTIV AutorDJI hat mal wieder gezeigt, dass man die Entwicklungskapazitäten und das Knowhow hat, um eine Kamera in einer neuen Produktkategorie als überzeugendes Produkt auf den Markt bringen zu können: hohe Auflösung, gute Farbwiedergabe und ein durchdachtes Bedienkonzept mit umgebendem DJI-Ökosystem holen Einsteiger wie Profis gleichermaßen ab. Die Einstiegshürde bei 360-Grad-Kameras bleibt auch bei DJI höher als bei Actioncams, doch mit gut bedienbarer App und Software macht DJI den Ein- oder Umstieg so leicht wie möglich.Doch eine 360-Grad-Kamera ist eben mehr als „nur“ eine Actioncam. Mit ihr lassen sich ohne Vorkenntnisse von Foto und Film flexibles Bildmaterial für Social-Media-Strategien erstellen. Das ist auch mit der Osmo 360 problemlos machbar – wobei sie aus unserer Sicht den kleinen Vorteil bei den kompakteren Maßen zur Konkurrenz hat. Auf der anderen Seite aber dem Nachteil, dass die bei 360-Grad-Kameras ausragenden Optiken leider keinen einfachen Austausch der Frontlinsen zulassen.Der wohl entscheidendere Vorteil ist jedoch die Integration vom eigenen LUT-Profil D-Log M, auch in 8K mit 50 Bildern, mit dem DJI die besseren Voraussetzungen für das Profiumfeld liefert. Das könnte bei vielen Profis ein gewichtiges Argument sein. Dabei hilft die die Software, auch wenn wir diese derzeit erst als Beta-Version mit noch der ein oder anderen Kinderkrankheit beurteilen können – die Richtung stimmt. Was Profis (derzeit) schmerzt ist das fehlende Plugin für Premiere Pro, mit dem wir die exportierten 360-Grad-Panoramavideos ohne harte Kante in unserem Schnittprogramm zusammenfügen können.

+ gute Bildqualität
+ Bildstabilisierung auf Actioncam-Niveau
+ automatische Log-Erkennung in DJI Studio
+ Konnektivität mit DJI-Funkstrecken
- kein Plugin für Schnittprogramme
- keine tauschbaren Frontlinsen

DATEN UND TESTERGEBNISSE

DJI Osmo 360 Tabellenbild

Hersteller DJI
Modell Osmo 360
Preis 480 Euro
630 Euro (Adventure Combo)
Internet dji.com/de
DATEN                                             
Größe (L x B x H) 6,1 x 3.6 x 8.1 cm
Gewicht 183 g
Aufzeichnungsformate
(Bildraten)
8K (50/48/30/25/24p), 6K (60/50/48/30/25/24p), UHD (100/60/50/30/25p), 2,7K (120/100/60/50/30/25/24p)
max. Datenrate 170 Mbit/s
Codecs (Dateiformate) INSV, H.265, H.264
Max. Abtastung intern 4:2:2, 4:2:0 (10 Bit, 8 Bit)
Aufnahmemedien Micro-SDXC, Interner Speicher
Bildwandler/Auflösung 1/1,1 Zoll/circa 30 Megapixel
BILDQUALITÄT 44 Punkte 33/sehr gut
Outdoor sehr gut
Indoor gut
Lowlight gut
Bildberuhigung sehr gut
Aufnahmewinkel (min - max.) 360 Grad
TON 7 Punkte 5/gut
Tonaufnahme Stereo
Mikrofonanschluss drahtlos
Tonqualität internes
Mikrofon
gut
AUSSTATTUNG 23 Punkte 20,9/hervorragend
GPS-Empfänger/Bluetooth/WLAN •/•/•
Akkufach/Zusatz-Akku •/•
Anschlüsse USB-C
Speicher (intern/Karte) •/Micro-SD
Spritzwasserschutz •
wasserdicht/Tiefenangabe •/10 Meter
Unterwassergehäuse ○
Objektiv drehbar â—‹
Überkopfkorrektur manuell/automatisch
LED-Leuchte optional
Intervall-Fotofunktion •
Aufnahmeloop •
Pre-Recording 15 Sek.
Lieferumfang Halterungen Stativgewinde, sonstige Halterung
BEDIENUNG 26 Punkte 19,5/sehr gut
Bedienungsanleitung nur digital, online, vollständig
Akkulaufzeit 65 Minuten
Akku-Ladezustand in Prozent
Fernbedienung via App
Smartphone-App DJI Mimo
Touch-Display •
Status/Kontroll-Display (Diagonale) •/• (5 cm)
Ein-Tasten-Aufnahme •
gut erkennbare Record-Funkion •
Menüstruktur übersichtlich und logisch
Fernsteuermöglichkeit sehr gut
Tasten/Handhabung gut bedienbar (auch mittels Gesten-/Sprachsteuerung)
va logo kl 100  
Urteil 78,4/sehr gut
Preis/Leistung sehr gut
Seite
Autor:
Joachim Sauer
Bildquellen:
Joachim Sauer, Jonas Schupp MEDIENBUREAU

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