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Praxistest Insta360 X6: die bessere Actioncam? - Optische Fragen, Ton und Fazit

| Joachim Sauer

Seite 4 von 4: Optische Fragen, Ton und Fazit

OPTISCHE FRAGEN

{loadposition nsk_rc1Für einen guten Bildeindruck bei einer 360-Grad-Kamera ist das Stitching, sprich das „zusammennähen“ der beiden Kamerabilder entscheidend. Dabei spielt zum einen die optische Ausstattung eine große Rolle, bei der Insta360 offensichtlich nochmal deutlich gearbeitet hat. Die weiterhin leicht tauschbaren Schutzgläser sind nun etwas größer und minimal flacher. Ob diese tatsächlich härter sind – das wird die Zeit zeigen, in den doch recht vielen Einsätzen des Tests haben sie in jedem Fall keine Macken eingefangen. In den letzten Jahren waren die Bilder erst in einem Abstand von rund 150 Zentimeter Abstand sauber zusammengefügt – hier sinkt nun der Abstand deutlich, wobei wir nur schwer festhalten können, wieviel daran auch die KI nachhilft. Fakt ist: Schon bei einem Meter Abstand kann man das Bild ertragen – ab 150 Zentimeter Abstand ist der Vorsprung in Sachen Detailwiedergabe an der Nahtstelle deutlich sichtbar. Selbst bei der X5 war die Überschneidung auch bei weiterer Entfernung noch gut durch einen Schärfeverlust auszumachen – bei der X6 gibt es diesen letztlich auch, aber er fällt weniger stark auf. Analysiert man es genauer fällt bei Videos die Schnittstelle nur auf, wenn sich im Schnittstellenbereich eine Starke Bewegung stattfindet. Alles andere bügelt offensichtlich die KI recht gut aus. Anders sieht das übrigens im Fotomodus aus, wo der Stitchingbereich auch in weiterer Entfernung zu einer sehr deutlichen Unschärfe führt, die teils entstellend wirken kann. Je weiter man mit der Insta360 Studio Software in das Bild hineinzoomt desto deutlicher wird dieser Effekt an der Schnittstelle der beiden Bilder.

Die rote Linie markiert die Stitching-Stelle – rechts und links davon ist weiterhin eine Unschärfe zu erkennen, die zwar dank KI weniger auffällt, aber teils auch merkwürdige Nebeneffekte hat, wie man in den verstellten Gesichtern erkennen kann.

Ton

Beim Ton setzt die X6 auf vier Mikrofone und bietet damit auch einen rundum-Sound, wobei die Ausrichtung nach vorn (sprich zur vom Bildschirm abgewandten Seite) schon klar auszumachen ist. Seitlich und hinten sind offensichtlich kleinere Mikro-Membrane verbaut, die aber dennoch eine ordentliche Qualität abliefern. Im Festzelt und auch bei einem Band-Gig war der Ton in jedem Fall so gut, dass man damit professionell arbeiten konnte. Wobei einfach eine Audioaussteuerung fehlt. Statt dessen hat man nur unterschiedliche Stufen – das ist einfach zu wenig. Die Windunterdrückung macht die Kamera anständig, doch wird der Ton deutlich dumpfer. Die zwei bereits bekannten Insta360-Funkmikrofone lassen sich via Bluetooth direkt verbinden – wobei wir genau hier die Tonaussteuerung schmerzlich vermissen. Dazu gibt es noch weitere Optionen für externes Zubehör wie den POV Head Tracker, der zwar auch schon in der Redaktion ist, den wir aber getrennt vorstellen wollen, da dieser auch zusammen mit der Luna Ultra (hier im Test) arbeitet.

FAZIT

Eine bis 20 Meter wasserdichte Kamera mit wirklich langer Laufzeit – damit geht die X6 auf Tuchfühlung zu veritablen Actioncams, auch aus dem eigenen Haus. Dass sie trotz der großen Hitze bei unseren Einsätzen anstandslos und teils über Stunden aufgezeichnet hat – Respekt. Zudem erfüllt die Kamera das Versprechen, wirklich lange Laufzeiten hinzubekommen. Mit einem Akku über zwei Stunden Laufzeit, das ist eine Leistung, die bisher noch keine andere Kamera hinbekommen hat. Ganz offensichtlich schafft es Insta360 sowohl den Strombedarf geringer zu halten, als auch die Wärme gut nach außen abzuleiten. Deshalb ist es uns unverständlich, warum man ausgerechnet die MicroSD-Karte neben dem Akku unterbringt. Das ist aus Verschleißgründen nicht ideal.
In Sachen Bildqualität macht die X6 nochmal einen Sprung nach vorn, was nicht allein an der 8K-Aufkösung mit immerhin 50 Bilder und dem I-Log-Profil liegt. Insta360 hat das Stitching offensichtlich mit KI-Intelligenz verbessert – auch wenn das noch nicht immer optimal arbeitet und zumindest bei schnellen Bewegungen auch mal zu merkwürdigen Bildeffekten führt.

+ gutes Stitching bei Videos
+ Gute Bilddynamik mit I-Log-Profil
+ lange Akku-Laufzeit
- Akku wird heiß

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DATEN

DATEN UND TESTERGEBNISSE

Hersteller Insta360
Modell X6
Preis 699 Euro (Basismodell)
799 Euro (Essential Bundle, u.a. Zusatzakku und Selfie Stick)
Abmessungen 4,0 x 5,0 x 10,0 cm
Gewicht 196 g
Internet

www.insta360.com

DATEN
Aufzeichnungsformate 8K (50/48/30/25/24p),
6K (60/50/30/25/24p),
4K, (100/60/50/30/25/24p),
max. Datenrate 240 Mbit/s
Codecs (Dateiformate) H.265
Max. Abtastung intern 4:2:0, 4:2:2 (8 Bit, 10 Bit)
Aufnahmemedien interner Speicher 47 GB/Micro-SDXC
Bildwandler/Auflösung

2x 1/1,1 Zoll/60 Megapixel

BILDQUALITÄT max. 44 Punkte 34,6/sehr gut
Outdoor sehr gut
Indoor sehr gut
Lowlight sehr gut
Bildberuhigung hervorragend
Aufnahmewinkel (min - max.) 88-160 Grad
TON max. 7 Punkte 5/gut
Tonaufnahme stereo
Mikrofonanschluss drahtlos
Tonqualität gut
AUSSTATTUNG max.23 Punkte 21/hervorragend
GPS-Empfänger/Bluetooth/WLAN ●/●/●
Akkufach/Zusatz-Akku ●/●
Anschlüsse USB-C
USB-C Speicher (intern/Karte) 47 GB/Micro-SD
Spritzwasserschutz
wasserdicht/Tiefenangabe  ●/0 m
Unterwassergehäuse
Objektiv drehbar
Überkopfkorrektur manuell/automatisch
LED-Leuchte
Intervall-Fotofunktion
Aufnahmeloop
Pre-Recording
Lieferumfang Stativgewinde, sonstige Halterung
BEDIENUNG max.26 Punkte 21/sehr gut
Bedienungsanleitung nur digital, vollständig, verständlich
Akkulaufzeit  130 Minuten 
Akku-Ladezustand in Prozent
Fernbedienung via App
Smartphone-App Insta360
Touch-Dsplay
Status/Kontroll-Display (Diagonale) ●/● (5,9 cm)
Ein-Tasten-Aufnahme
gut erkennbare Record-Funktion
Menüstruktur übersichtlich und logisch
Fernsteuermöglichkeit sehr gut
Tasten/Handhabung gut bedienbar (auch mittels Gesten-/Sprachsteuerung)
va logo kl 100  
Urteil max.100 Punkte sehr gut 81,6
Preis/Leistung sehr gut

 

 

Seite
Autor:
Joachim Sauer
Bildquellen:
DJI, Joachim Sauer, MEDIENBUREAU

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