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Antigravity A1 im Test: Der 360-Grad-Angriff auf DJI - Bedienung, Auflösung und Bildqualität

| Joachim Sauer

Seite 3 von 5: Bedienung, Auflösung und Bildqualität

BEDIENUNG

Um es kurz zu machen: Die Brille ist in der Einrichtung noch vergleichsweise einfach – das klappt eigentlich wirklich ohne große Anleitung. Nicht ganz so intuitiv finden wir dagegen die grundsätzliche Bedienung, denn auch dazu muss man sich mit der Videobrille durch das Menü bewegen. Am einfachsten geht das noch mit der Fernsteuerung, indem man die entsprechenden Menüpunkte mit dem Zeiger anzielt – aber wirklich einfach und schnell klappt das nicht. Einziger Trost dabei ist, dass man nicht allzu viel im Menü graben muss, um die wichtigsten Einstellungen zu finden.

Die Fernsteuerung ist nicht nur für den Flug, sondern ist auch für die Navigation im Menü zuständig.

AUFLÖSUNG

Das 360-Grad-Kamerasystem arbeitet mit zwei Sensoren im Format 1/1,28 Zoll. In der höchsten Auflösung zeichnet die Antigravity A1 8K mit 30 Bildern pro Sekunde auf, wer eine höhere Bildrate benötigt, kann auf 5,2K mit 60 Bildern pro Sekunde wechseln. In 4K stehen bis zu 100 Bilder pro Sekunde zur Verfügung. Die meisten Aufnahmen im Test sind in 8K mit 30 Bildern entstanden, was qualitativ die beste Option ist, wenn man anschließend den passenden Blickwinkel aussuchen will. So kommt man auf eine gute Full-HD-Auflösung mit ausreichend Freiheit in der Verzeichniskorrektur. Die 5,2K-Aufzeichnung mit 60p bietet im Test einen guten Kompromiss aus Auflösung und Bewegungsdarstellung – allerdings sinkt die Ausgabeauflösung oder die Bilddetails versinken in höherer Unschärfe. Die vollständige Erfassung der Umgebung lässt zwar nachträglich die Wahl der Blickrichtung in der Nachbearbeitung, stellt aber höhere Anforderungen an Speicherplatz und Schnittsystem als eine klassische Kameradrohne.

Antigravity A1 VollauflösungWie bei 360-Grad-Aufnahmen üblich, muss man die Aufnahmen in der Nachbearbeitung perspektivisch anpassen.

Wie auch bei der kürzlich vorgestellten Insta360 X6 lassen sich die Aufnahmen in das Insta360 Studio oder direkt in Adobe Premiere Pro importieren und mittels des Insta360-Reframe-Plugins bearbeiten. Grundsätzlich muss man bei 360-Grad-Aufnahmen für ein verzerrungsfreies Bild immer etwas hereinzoomen und die FOV-Kurve anpassen. Bei 8K bleibt genug Auflösung, um ein verzerrungsfreies 4K-Bild zu bekommen, bei 5,2K braucht es mehr Frickelei, um ein 4K-Bild ohne Verzerrungen und trotzdem genug Auflösung zu bekommen. Arbeitet man in Full-HD, ist 5,2K aber kein Problem.

Antigravity A1 Reframe PluginÜber das von Insta360 bekannte Reframe-Plugin lassen sich direkt in Premiere Pro Bildanpassungen vornehmen.

BILDQUALITÄT

Bei der Bildqualität profitiert Antigravity sichtbar von der Erfahrung von Insta360. Die 8K-Aufnahmen wirken detailreich und sauber stabilisiert. Auch das Zusammenfügen der Bilder beider Kameras gelingt überzeugend. Da die Rotoren relativ weit von der Stitching-Zone entfernt sind, fallen Übergänge im normalen Flugbetrieb kaum störend auf – der Abstand zu Objekten ist gerade im freien Luftraum immer weit genug. Für ambitionierte Nachbearbeitung fehlt allerdings eine wichtige Option: Die A1 bietet kein Log-Bildprofil. Das überrascht, weil Insta360 mit I-Log bereits über eine entsprechende Lösung verfügt. Wer ohne aufwendiges Color Grading arbeitet, erhält direkt aus der Drohne eine ansprechende Bildqualität. Für professionelle Produktionen wäre ein flaches Profil mit größerem Spielraum bei Farbe und Kontrast dennoch wünschenswert.

Antigravity A1 StitchingAm deutlichsten sieht man die Stitching-Kante während des Start- und Landevorgangs, wenn das Fahrwerk ausgefahren ist.

POV-Modus und Flugverhalten
Seite
Autor:
Joachim Sauer
Bildquellen:
Antigravity, Joachim Sauer, Jonas Schupp MEDIENBUREAU

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