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Praxistest: Aiarty Video Enhancer – Video-Aufbereitung mit Künstlicher Intelligenz - Rauschminderung, weitere Bedienelemente und Fazit

| Jonas Schupp

Seite 3 von 3: Rauschminderung, weitere Bedienelemente und Fazit

WENIGER RAUSCHEN

Das dritte KI-Modell hört auf den Namen superVideo vHQ und dient, so Aiarty, primär der Entrauschung von Aufnahmen bei gleichzeitiger Detailwiederherstellung. Eigentlich wie geschaffen, um Aufnahmen mit hoher ISO aufzuwerten. Also trat zum Test eine ISO-Testreihe an – als Beispiel musste die Sony ZV-E10 II herhalten. Alle guten Dinge sind für Aiarty wohl drei, denn auch superVideo vHQ funktioniert dezent und behutsam. Das Bildrauschen wird dabei gut, aber nicht vollständig reduziert und die Details sanft verbessert, wobei das verbesserte Bild etwa einem Bild direkt aus der Kamera mit zwei ISO-Stufen niedriger entspricht, also ISO 12800 wird zu ISO 3200, ISO 6400 zu ISO 1600 und so weiter. Doch auch hier trifft das Programm die Originalfarben nicht zu 100 Prozent.

Aiarty Video Enhancer ISODie Aufnahme mit ISO 12800 wertet der Aiarty Video Enhancer auf ein mit ISO 3200 vergleichbares Niveau auf.

WEITERE BEDIENELEMENTE

Neben den KI-Modellen wartet das Programm mit weiteren Bedienelementen auf: unter „Bearbeiten“ verbergen sich rudimentäre Werkzeuge zur Bearbeitung, unter „Farbe“ eine einfache Farbkorrektur. Interessant ist hingegen das Bedienfeld „Frame Interpolation“, mit welchem man das Ursprungsmaterial auf eine andere Bildwiederholungrate umwandeln und Zeitlupen realisieren kann. Im Test wandelten wir so ohne Probleme 25p-Material in 30pVideos um. Nicht empfehlen können wir zumindest derzeit den HDR-Modus, welcher normale SDR-Videos in solche mit hoher Dynamik umwandeln soll. Im Beispielmaterial sorgte die Software für eine deutliche Überbelichtung. Da der HDR-Modus aber noch in der Beta-Version ist, kann man hier zeitnah Verbesserungen erwarten. Besser macht es das Audio-Denoise-Werkzeug, welches eine wirkungsvolle Nebengeräusch-Reduzierung wie beispielsweise Adobes „Essential Sound“-Suite bereithält.

Aiarty Video Enhancer HDRDer HDR-Modus ist aktuell noch in der Beta, im Test war das Ergebnis ziemlich überbelichtet.

 

 

FAZIT

Joachim Sauer VIDEOAKTIV Autor

Man merkt, dass Aiarty mit dem Video Enhancer auch Einsteiger ansprechen will. Das Programm ist nicht nur sehr leicht verständlich; der Hersteller gibt Anwendenden überdies noch Tipps mit auf den Weg und erklärt die Technologien hinter dem Programm für Neulinge verständlich.

Uns gefällt, dass der Video Enhancer behutsam und sanft in das Originalmaterial eingreift und damit keine KI-typischen Artefakte oder Überzeichnungen produziert. Vor allem die Detailerhaltung und das Entrauschen hat es uns angetan, positiv ist auch die Tatsache, dass alle Arbeitsschritte lokal auf dem Gerät stattfinden und kein Hoch- und Runterladen von Daten erforderlich ist. Nicht zuletzt zwingt Aiarty einen nicht zu einem Abomodell, sondern ermöglicht entweder die jährliche oder zeitlich unbegrenzte Nutzung mit Einmalzahlung. Produktionsfirmen und alle, die gerne (oder gezwungener Maßen) mit Alt- oder Archivmaterial arbeiten, werden den Aiarty Video Enhancer sehr zu schätzen wissen. Nicht zuletzt, weil das Programm im Vergleich sehr schnell arbeitet, natürlich immer abhängig von der Hardware.

+ sanfte Verbesserung und Aufbereitung
+ schnelle Verarbeitung
+ für Neulinge verständlich
+ kein verpflichtendes Abomodell
- HDR-Modus noch nicht praktikabel

DATEN

DATEN UND TESTERGEBNISSE

Canon EOS C50 Tabellenbild

Hersteller Aiarty
Produkt  Video Enhancer
Preis 99 US-Dollar (pro Jahr, kein Abo)
235 US-Dollar (einmalig, lebenslange Updates)
Internet  www.aiarty.com
Urteil  sehr gut 
va logo kl 100  

 

Seite
Autor:
Jonas Schupp
Bildquellen:
Aiarty, MEDIENBUREAU

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