Leica kooperiert mit Gpixel für ihren nächsten Kamerasensor
Wie beide Unternehmen bekanntgaben, fokussiere man sich auf die gemeinsame Entwicklung des Sensors für zukünftige Leica-Kameras.
Nachdem der Aufsichtsratsvorsitzende des Unternehmens aus Wetzlar, Dr. Andreas Kaufmann, im Januar ankündigte, dass man zukünftig wieder eigene Kamerasensoren entwickeln wolle, brodelte die Gerüchteküche natürlich. Oft wurde angenommen, dass man sich wie bei der M10 wieder mit AMS Osram zusammentue, auch Sony (von welchen der M11-Sensor stammt) und Canon wurden als die „klassischen“ Sensorhersteller in den Topf geworfen. Gpixel allerdings hatten die wenigsten auf dem Schirm, denn der chinesische Hersteller fliegt in der Kamerawelt deutlich unter dem Radar – trotz eines umfangreichen CMOS-Sensorangebots von rückseitig belichteten oder gestackten Modellen bis hin zu Vollformat-Sensoren mit Global Shutter.
Diese Sensoren werden jedoch nicht in Leica-Kameras landen, stattdessen setze man in Wetzlar und Changchun auf eine eigene Entwicklung. Dabei seien besonders Farbwiedergabe, Auflösung, Dynamik und Bildrauschen von Relevanz, zudem kooperiere man bei der Feinabstimmung sowie der Massenproduktion des Sensors. In welchen Kameras der neue Sensor am Ende landen wird, geben beide Unternehmen bisher nicht bekannt. Wir nehmen an, dass mit der M12 die nächste Generation der erfolgreichen Messsucher-Kameraserie mit diesem Vollformat-Sensor ausgestattet sein wird.
Inwieweit weitere Modelle folgen werden, bleibt ebenfalls reine Spekulation. Ein eigener Sensor mit individuellem Look könnte Leica jedoch bei ihren SL-Kameras Eigenständigkeit verschaffen und diese von den technisch nahe verwandten S-Modellen absetzen. Risiken einer kompletten Eigenentwicklung sehen wir jedoch vor allem beim Autofokus und der Auslesung (sprich Rolling Shutter). Es bleibt abzuwarten, ob Leicas neuer Sensor nicht nur für gute Fotos sorgen wird (was anzunehmen ist), sondern auch die Videowelt aufmischen kann.
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Bildquellen: Leica/Gpixel |