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Drohnentest: DJI Avata 360 – grenzenlose Action - Kamera, Formate und Bildqualität

| Joachim Sauer

Seite 3 von 4: Kamera, Formate und Bildqualität

KAMERA UND FORMATE

Die Drohne mit 360-Grad-Kamera hat eine Besonderheit: Beim Einschalten dreht sich die Kamera so, dass die eine Kameraeinheit nach oben, die andere nach unten schaut. Damit blendet die Kamera die Drohne an sich aus, denn die beiden Bilder überschneiden sich erst in circa 1,5 Meter Entfernung. Dieses von allen 360-Grad Kameras bekannte Stitching erfolgt hier also quer im Bild. Entsprechend ist diese Nahtstelle relativ oft im Bild – es sei denn man wählt den Bildausschnitt nach unten oder oben blickend. Zudem fordert das Stitching die Nachbearbeitung mit dem DJI Studio, denn DJI nimmt in einem probrietäten Format auf. Und das mit vergleichsweise geringer Datenrate, die um 23 MB/s (180 Mbps) liegt. So passen immerhin gut 30 Minuten auf den internen 42 GB Speicher – wer längere Aufnahmen plant, muss dann eine Micro-SD-Karte einlegen.

Für die meisten Flüge dürfte der interne und über USB-C auslesbare Speicher reichen, zumal die Flugzeit mit einem Akku bei rund 20 Minuten liegt und der Speicher bei praxistypischem Gebrauch somit eher auch nach zwei Akkuladungen nicht ganz voll ist.

Die Alternative ist, man nimmt nicht im 360-Grad-Modus auf – dann lässt die Drohne die eine Kamera nach vorn ausgerichtet. So lässt sich aus der 360-Grad Drohne eine normale Drohne machen, mit der Option die Kamera mit der RC 2 Steuerung nach unten oder oben neigen zu können. Eine echte Gimbal-Aufhängung hat die Kamera dabei nicht, da leichte Neigung durch die 360-Grad-Option in der Nachbearbeitung korrigiert werden kann. Was in beiden Modi allerdings gut und sinnvoll ist: Das einschalten des D-Log M-Modus, der mit dem flacheren Farbprofil den Dynamikumfang des Sensors besser nutzen kann. DJI gibt an, dass Fotos im DNG Format mit 30 und 120 Megapixel machbar sind. Allerdings passt die letzte Angabe nicht zu den Technischen Daten, laut dem ein Pixel 2,4μm groß ist. Entsprechend gehen wir von einer nativen Auflösung eines Sensors von um die 15 Megapixel aus.

DJI Avata360 Kamera vornIm Einzelkameramodus bleibt die Kamera nach vorn ausgerichtet, wobei sich die Kameraneigung mit der RC 2 Fernsteuerung beeinflussen lässt.

BILDQUALITÄT

Bleiben wir beim Dynamikumfang der Avata 360, die relativ exakt so hoch ist wie bei der Osmo 360. Dadurch, dass bei 360-Aufnahmen an sonnigen Tagen immer sowohl die am Himmel stehende Sonne als auch die starken Schatten am Boden sichtbar sind, ist es wichtig, dass die Kamera beides eingefangen bekommt. Einen Dynamikumfang in Blendenstufen nennt DJI nicht, wahrscheinlich weil es hier nicht nur auf den Dynamikumfang des Sensors ankommt, sondern auch darauf wie gut die beiden Kamera-Einheiten in der Belichtung angepasst werden um eine einheitliche Gesamtaufnahme erstellen zu können. Genau das gelingt DJI sehr gut und die Drohne gleicht so auch unterschiedliche Weißwerte erstaunlich harmonisch aufeinander ab. Genauso unaufgeregt und unauffällig reagiert die Kamera auf Lichtwechsel – so dass man sich auf die Automatiken tatsächlich verlassen kann. Und auch beim Stitching, welches wie bereits erklärt nahezu immer im Blickfeld ist, sind die Übergänge so, dass man weder eine Unschärfe noch einen Belichtungsunterschied wahrnehmen kann. Einzig, wenn man „zu nah“ an der Kamera ist wird deutlich, dass ein leichter horizontaler Versatz zu erkennen ist.

DJI Avata360 StitchingWendet man den Blick im engen Flurbereich zur Seite, erkennt man einen leichten Versatz an der Stitching-Kante. Nach vorn und hinten schauend, ist auch hier das Bild sauber zusammengefügt.

Nachbearbeitung und Fazit
Seite
Autor:
Joachim Sauer
Bildquellen:
DJI, Joachim Sauer, Jonas Schupp MEDIENBUREAU

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