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Interview mit Magix: Strategie für Video deluxe und Co - Strategie für Magix und VIDEOAKTIV-Fazit

| Joachim Sauer

Seite 2 von 2: Strategie für Magix und VIDEOAKTIV-Fazit

STRATEGIEWECHSEL ODER KONTINUITÄT

VIDEOAKTIV: Wie sieht die zukünftige Strategie von Magix aus – plant man mit günstigeren Preisen das Einstiegssegment leichter zu erreichen?

Tom Sperner: Unsere Strategie basiert auf einer klaren Differenzierung: Mit Video deluxe bieten wir ein preislich attraktives Einstiegsprodukt, das technologisch extrem niederschwellig ist. Video Pro X positioniert sich dagegen weiterhin als leistungsstarkes Prosumer-NLE. Im Audio-Bereich setzen wir weiterhin auf die Markenbekanntheit des Magix Music Maker und bauen unsere Position durch die riesige Auswahl an Soundpools, Sample Packs und Loops konsequent weiter aus.

VIDEOAKTIV: Sieht Magix eine Zukunft für Video Pro X oder bleibt es künftig bei reiner Amateursoftware?

Tom Sperner: Video Pro X ist und bleibt ein zentraler Bestandteil unserer Strategie. Wir sehen eine klare Lücke zwischen reinen Amateur-Tools und komplexen High-End-Lösungen für Hollywood-Studios. Video Pro X füllt diesen Bereich perfekt aus. Wir investieren gezielt in die Optimierung der Performance und die Modernisierung der Marketingaktivitäten, um ambitionierten Anwendern ein Werkzeug an die Hand zu geben, das professionelle Ergebnisse ohne die Lernkurve einer Enterprise-Software ermöglicht.

 

360 Grad Kameravergleich GRMit Music Maker, Photostory deluxe, Video deluxe und Video Pro X als verbliebenen Hauptprogrammen konzentriert sich Magix mehr auf Hobbyisten als auf Profis.

VIDEOAKTIV: Wie will man den Kampf gegen die derzeit bereits sehr dominante Konkurrenz aus China bestehen, die die Software kostenfrei rausgeben und nur einzelne Module aufpreispflichtig machen?

Tom Sperner: Wir beobachten den Markt und neue Geschäftsmodelle sehr genau. Unsere Antwort auf diesen Trend ist eine Kombination aus Qualität, Vertrauen und Nachhaltigkeit:

  • Software Made in Germany: Wir setzen auf hohe Datenschutzstandards und eine Verlässlichkeit, die unsere Kunden seit Jahrzehnten schätzen.
  • Faire Preisgestaltung: Anstatt Nutzer mit versteckten Kosten in Freemium-Modellen zu binden, bieten wir transparente Lizenzmodelle mit echtem Mehrwert.
  • Kundenbindung: Wir verfügen über eine extrem treue Community und eine Marke, die für Beständigkeit steht. Indem wir uns auf unsere Stärken, Content-Bibliotheken (Soundpools) und eine stabile Performance konzentrieren, behaupten wir uns erfolgreich im Wettbewerb.

VIDEOAKTIV: Bedeutet dies, dass es keine Veränderung der bestehenden Produktstrategie rund um Video deluxe geben wird? 

Tom Sperner: Es wird keine Änderung der bestehenden Produktstrategie für Video deluxe und Video Pro X geben. Wir halten an dem bewährten Konzept fest und konzentrieren uns, wie erwähnt, voll auf die kommenden Releases im Herbst 2026.

FAZIT

Joachim Sauer VIDEOAKTIV Autor

Die Nachricht heißt: Alles wie gehabt – der Kunde darf sich beruhigt zurücklehnen. Doch so einfach ist es sicher nicht, denn die bisherige Strategie des Investors bei Magix ging offensichtlich nicht auf – die positive Nachricht wäre gewesen: Wir haben eine Idee und können dem zunehmenden Druck am Markt etwas Neues entgegensetzen. Dass Magix natürlich versucht weiterhin seine Programme unter die Leute zu bekommen und seine treue Kundschaft bei der Stange zu halten – logisch, denn genau darin liegt der Verdienst des Investors. Je länger man das hinbekommt, desto besser.

Sieht man sich die Kommentare unter unserem letzten Video zu Magix Video deluxe an, wird deutlich, dass die Schnittsoftware zunehmend unter Stabilitätsproblemen und die Kundschaft unter einem schlechteren Support leidet. Allein durch die Konzentration auf das reine Amateurgeschäft wird das nicht besser, sondern die Luft eher dünner. Im Besonderen bei der Entwicklung neuer Funktionen, die nun nicht mehr parallel für zwei, sondern lediglich für eine Produktlinie erfolgen muss. Dass man mit Vegas Pro auch viele Entwickler hat gehen lassen, ist dabei auch nicht die optimale Nachricht und die wachsweiche Antwort auf unsere konkrete Frage nach der Größe des Entwicklerteams deutet an, dass man diese Problematik auch selbst erkannt hat. Insofern schauen wir gespannt auf das im Herbst erscheinende nächste Release, mit dem Magix dann beweisen muss, dass man tatsächlich nicht nur oberflächliche Retusche betreibt, sondern einen Schritt nach vorne geht.

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Autor:
Joachim Sauer
Bildquellen:
Magix, MEDIENBUREAU

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