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Filmwerkstatt: Croppen - Teil 2

| Joachim Sauer

Seite 2 von 3: Teil 2

Beispiel 3

Der Match Cut: So nennt man einen Umschnitt oder eine Überblendung, bei der sich zwei ähnliche Formen überlagern. Das sieht meist edel und harmonisch aus, und der Zuschauer nimmt es dankbar zu Kenntnis. Beispiel: Sie wollen von Ihren zum Abschied winkenden Familienmitgliedern direkt in die Freiheitsstatue schneiden, die den Arm genauso hebt. Leider sind die beiden Figuren unterschiedlich groß aufgenommen. Sie ahnen es schon: Cropping macht’s möglich. Noch besser: Wenn Sie beim Sonnenuntergang am Meer die Kamera schräg aufgestellt haben, sodass das Wasser auf der einen Bildseite hinausläuft – das Bild lässt sich in vielen Crop-Funktionen auch leicht drehen. Beim Drehen müssen Sie es ebenfalls leicht beschneiden, da man in den Eckbereichen sonst den Szenenhintergrund sieht.

Horischraeg Nachbessern: Der Horizont ist schräg. Zur Korrektur ist eine leichte Drehung angesagt. Horischraeg1 Gerade biegen: Durch croppen und drehen kann er geradegerichtet werden.

Dynamisch croppen

Bei den meisten Schnittprogrammen können Sie auch dynamisch croppen. Setzen Sie einen Ankerpunkt, dann beginnt die Beschneidung am vorbestimmten Größenpunkt X und wandert automatisch zum Endpunkt Y, also etwa wieder zur Originalgröße. Verbunden mit einer Positionierung des Bildausschnitts lassen sich so nachträgliche Zoomfahrten realisieren. Bei klassischer SD-Auflösung ist da nicht viel Spielraum; in einem HDV-Bild hingegen haben Sie viel Platz zum Zoomen – vorausgesetzt, Ihre Schnitt-Software unterstützt HDV. Zum Mitrechnen: Sie brauchen nur ein Viertel der vorhandenen Bildinformation, um immer noch ein voll auflösendes PAL-Bild für die Ausgabe zu generieren. Anders: Wer in HDV filmt, seinen Film aber in SD schneidet, der kann vierfach ins Bild zoomen, ohne Qualität zu verlieren. Das schafft viele kreative Möglichkeiten.

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