Zum Hauptinhalt springen

Filmwerkstatt: Croppen

| Joachim Sauer

Seite 1 von 3

Nicht immer soll ihr Motiv so formatfüllend im Video erscheinen, wie Sie es gefilmt haben. Für Keys, Rahmen oder auch aus produktionstechnischen Gründen, müssen Sie das Format anpassen. Cropping ist keine neue Sportart aus den USA, sondern eine der wichtigsten digitalen Filterfunktionen moderner Schnittprogramme.


 

Sie ermöglicht Bildausschnitte aus vorhandenen Videoszenen. Dezent eingesetzt, kann diese Funktion die Ästhetik des Videos deutlich erhöhen.

Beispiel 1

Im kleinen Camcorder-Display erkennen Sie während der Aufnahme manch hässliches Detail in den Randbereichen des Hauptmotivs nicht. Entweder Sie übersehen es, oder der Makel erscheint unbedeutend – bis er am großen Fernsehschirm unangenehm auffällt. Unschöne Details, überraschend im Randbereich auftauchende Personen oder das berühmtberüchtigte Mikrofon, das von oben ins Bild hängt, können aber die ganze Bildkomposition zerstören. Im Schnitt lässt sich das heute jedoch leicht reparieren. Crop-Funktion aufrufen und das Bild um ein paar Prozent vergrößern: schon sind die hässlichen Randbereiche verschwunden. Dieses nachträgliche Digitalzoom hat allerdings enge Grenzen.

Cropgross Fällt nicht auf: Die Skalierung steht auf 113%. Das ist im ausgespielten Film noch kaum störend wahrnehmbar. Cropasym Verzerrbar: Wird die Einstellung „gleichmäßiges Skalieren" in Adobe Premiere abgeschaltet, kann Bildhöhe und Breite getrennt eingestellt werden.

Da die Elektronik nicht auf einen Pixelüberschuss zurückgreifen kann, muss sie Pixel hinzuerfinden, was die Bildqualität verschlechtert. Endlose künstliche Zoomfahrten sind nicht möglich. Bei 20 Prozent Vergrößerung fällt selbst dem unaufmerksamen Zuschauer der Qualitätsverlust auf. Dennoch: Für Reparaturen und ästhetische Schnittübergänge nimmt man im Zweifelsfall auch eine kurze Vergrößerung über diesen Wert hinaus in Kauf.

 

Beispiel 2

Der missglückte Stopptrick: Eine Person betritt ein Haus im Badeanzug und kommt wenige Sekunden später in voller Tauchermontur wieder heraus. Dummerweise hat sich zwischen Ausschalten der Kamera und erneutem Einschalten der Bildausschnitt um einen Hauch nach unten versetzt: Das Stativ war nicht hundertprozentig arretiert, die Kamera ist leicht abgekippt. Der Zusammenschnitt zeigt einen deutlichen Ruck. Zur Reparatur sind beide Szenen leicht zu croppen; die zweite verschiebt man danach so, dass die Bildelemente wieder übereinander liegen – was je nach Schnittprogramm etwas Fummelarbeit bedeutet –, und die Verwandlung sitzt.

Seite
Autor:
Bildquellen:

Weitere Praxis-Artikel

| Magazin Praxis
Mit eindeutigem Namen und Kampfpreis tritt Manfrottos One-Stativ mit dem Anspruch an, im Einstiegssegment des Video-Stativmarktes den Standard zu setzen und die Konkurrenz aus Fernost mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Ob das gelingt,…
| Magazin Praxis
Im Gespräch mit Martin Wagner von Ringfoto erklärte Joachim Sauer auf der erstmals fürs breite Publikum geöffneten Imaging World, warum Licht- und Farbmesser wichtig sind und was das Spyder LightColor Meter besonders macht. …
| Magazin Praxis
In der dritten und letzten Folge unserer kleinen Serie zum Thema Finanzierung in der Medienwelt gehen wir auf verschiedene Aspekte ein. Unser Ziel ist es, das betriebswirtschaftliche Arbeitstool Finanzierung transparenter und…