Die neue Marke LegioAV verspricht für den KC50N die Steuerung von PTZ-Kameras unterschiedlichster Hersteller. Gelingt so die Vollautomatisierung im VIDEOAKTIV-Studio?
IM TEST: LegioAV KC50N, 1.889 Euro
Die Marke LegioAV ist hierzulande noch unbekannt, dahinter stht mit Rwit aus München aber ein Distributor mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Videobranche. Der kürzlich erschienene KC50N ist dabei ein PTZ-Controller, der dank umfangreicher Protokolle mit quasi allen aktuellen Modellen kompatibel ist. würde er sich als zentrale Steuerung in einem Studio eignen, doch kann der KC50N halten, was er verspricht?
Während der letzten Drehs waren P2-R1 und KC50N feste Bestandteile des VIDEOAKTIV-Studiosetups. Wie gut sich die Geräte dabei geschlagen haben, zeigt das Video.
ANSCHLÜSSE
Die Anschlüsse am KC50N fallen relativ dünn aus – nicht verwunderlich, denn hier sollen keine besonders hochwertigen Bilder, sondern Steuerbefehle übertragen werden. Deshalb ist hier auch wenig überraschend ein Netzwerkanschluss dabei, welcher von RS232- und Tally-Möglichkeiten ergänzt wird. Auch USB sowie ein HDMI-Anschluss für das Kontrollbild sind mit an Bord, wobei wir diese im Test nicht nutzen mussten, sondern stattdessen ein HyperDeck Shuttle 4K Pro von Blackmagic verwendeten (hier zum Test).
Auch die Anschlüsse des KC50N sind übersichtlich an der Rückseite angeordnet.
OBERFLÄCHE
Der KC50N wirkt wie jeder PTZ-Controller anfangs ziemlich überladen mit Tasten und Reglern. Nach der üblichen Eingewöhnung erschließt sich die Oberfläche aber sehr schnell, da LegioAV dem „Eine Taste pro Funktion“-Prinzip folgt. Ein Grundsätzliches Verständnis der englischen ist dabei Voraussetzung, dann erschließt man sich aber auch als Einsteiger alle Funktionen nach und nach. Das 5,5-Zoll-Display (ca. 14 cm) ist vergleichsweise groß, allerdings wird der aktuelle Steuerbefehl nur klein oben rechts angezeigt, wodurch man nicht immer nachvollziehen kann, ob der Befehl jetzt auch ausgeführt wurde – denn je nach Modell werden unterschiedliche Funktionen unterstützt. Sonst ist der Bildschirm übersichtlich gestaltet und gibt das aktuelle Kamerabild, die ersten drei eingespeicherten Positionen sowie die Kameraeinstellungen wieder. Eine effektive, farbkalibrierte Bildbeurteilung lässt das nicht berührungsempfindliche Display natürlich nicht zu, was aber auch nicht der Sinn des Produkts ist. Wer mehr Kontrolle braucht, kann aber einen entsprechend kalibrierten Bildschirm via HDMI anschließen.
Hauptbedienelement des KC50N ist der Joystick mit Drehelement, welcher sich sanft und präzise bedienen lässt.
FORMATE UND AUFLÖSUNGEN
Die Menüführung braucht am Anfang etwas Gewöhnung, dann navigiert man jedoch schnell durch das Gerät. Beachten muss man dabei, dass manchmal mit dem Navigations-Rad, manchmal mit dem Fokus-Drehregler gescrollt wird. Wir haben die Menüsprache auf Englisch gelassen und konnten alle Punkte ohne Probleme verstehen, auch die Tasten sind selbsterklärend.
PRAXIS
Wer noch nie mit PTZ-Kameras gearbeitet hat, steht am Anfang auf jeden Fall vor einer Lernkurve, die bei uns aber erfreulich kurz ausgefallen ist. Der Joystick lässt wie am Computer bedienen und die Zoomwippe weckt sofort Erinnerungen an klassische Camcorder à la Sony Z300. Während die rechte Hand fest am Joystick sitzt, ist die linke Hand frei und kann Einstellungen vornehmen. Bei diesen ist uns eine minimale Input-Verzögerung aufgefallen, die es bei der Arbeit zu beachten gilt. Mit etwas Übung gelingen aber durchaus angenehme Fahrten mitsamt Zoom über das in den Joystick integrierte Drehelement. Dabei hilft, dass sowohl die Bewegungs- als auch die Zoomgeschwindigkeit angepasst werden kann.
Der Joystick lässt sich bequem mit einer Hand bedienen und ermöglicht zu sanfte Kamerfahrten wie am Stativ.
Wir arbeiteten aber ohnehin meist mit festen Kamerapositionen, die sich sehr einfach einspeichern lassen, indem man die „Store“-Taste und anschließen eine beliebige Zahl drückt. Zum Abrufen dieser muss man erst in den „Call“-Modus wechseln, bevor man dann über die entsprechende Nummerntaste die Position auswählt. Der Positionswechsel geschieht allerdings sehr ruckartig und zudem speichert die P2-R1 für die jeweilige Position auch die Kameraeinstellungen, was bei Wechseln beispielsweise zu ruckartigen Helligkeitsveränderungen führt. Die Funktion ist eindeutig dafür gedacht, dass man innerhalb einer Produktion feste Positionen mit darauf angepassten Einstellungen „abfährt“ und während eines Wechsels auf eine andere Kamera schaltet.
Für Live-Produktionen unverzichtbar sind feste Kamerapositionen. Dank mitgespeicherter Kameraeinstellungen bleibt jede Position optimal ausgeleuchtet.
FAZIT
Der LegioAV KC50N ist eine perfekte Ergänzung, um das komplette Potential von PTZ-Kameras wie der Z-Cam P2-R1 oder der Panasonic AW-UE150 freizuschalten. Natürlich braucht es am Anfang etwas Eingewöhnung, dennoch erschließen sich die Funktionen nach und nach von selbst. Besonders der feinfühlige Joystick und das große, übersichtliche Display haben es uns angetan, auch wenn die Steuerbefehle in letzterem gerne etwas größer dargestellt werde dürften. Gerade aber die Unterstützung von Kameras unterschiedlicher Hersteller und deren Protokolle machen den KC50N zur variablen Kontrolleinheit im PTZ-Studio, auch wenn man viele verschiedene PTZ-Kameras einsetzt. Deshalb werden wir auch in Zukunft mehr PTZ-Kameras testen, denn mit dem KC50N haben wir immer eine kompetente Steuereinheit an der Seite.
Z-Cam P2-R1:
+ sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis + übersichtliches Interface + Aufzeichnung auf SD-karte - kein Log-Format
Die neue Marke LegioAV verspricht für den KC50N die Steuerung von PTZ-Kameras unterschiedlichster Hersteller. Gelingt so die Vollautomatisierung im VIDEOAKTIV-Studio?
IM TEST: LegioAV KC50N, 1.889 Euro
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