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Praxistest: Canon EOS C 50 - FX3-Konkurrentin in der Reportage-Praxis - Konnektivität und Akkulaufzeit

| Joachim Sauer

Seite 3 von 4: Konnektivität und Akkulaufzeit

 

KONNEKTIVITÄT

An der Seite finden Anwendende einen dedizierten Timecode-Anschluss sowie eine HDMI-Buchse in voller Größe zum Anschluss von externen Monitoren. Auch eingebunden in Rigs soll die C 50 eine gute Figur machen, weshalb Canon zwei ¼-Zoll-Gewinde an den Seiten integriert hat – wer die Canon kinobereit machen möchte, wird aber ohnehin auf einen Käfig mit deutlich mehr Anschlussmöglichkeiten zurückgreifen. Für Studio- und Liveanwendungen unterstützt die Kamera IP-Streaming in Full-HD mit maximal 60p. Diverse Protokolle, darunter SRT und RTP, werden unterstützt. Einen eigenen Ethernet-Anschluss bietet die C 50 nicht, einen USB-C auf Ethernet-Adapter bietet Canon aber optional an.

Keine Überraschungen bei der Konnektivität. Zwischen Anschlüssen und Display hat Canon die aktive Kühleinheit platziert.

AKKULAUFZEIT

Dass die C 50 letztendlich auf einer Fotokamera beruht, merkt man am Akku, der wie bei diesen in den Griff integriert ist. Canon setzt auf den bekannten LP-E6P-Akku, der während des Tests eine Laufzeit von 53 Minuten anzeigte und auch fast so lang durchhielt. Für lange Drehs sollte man sich entsprechend mehrere Akkus besorgen oder der Kamera mit optionalem Zubehör – Canon bietet beispielsweise einen Netzadapter und einen Akkugriff an – zu mehr Durchhaltevermögen zu verhelfen. Die Kamera lässt sich aber auch via USB-C mit Strom versorgen, so dass theoretisch auch eine große Powerbank genutzt werden kann. Ausprobieren konnten wir das im Test leider nicht – aber ein entsprechender Vergleich mit Konkurrenten ist in Planung.

Der bekannte LP-E6P-Akku hielt in unserem Test etwa 50 Minuten durch. Zur Ausstattung für einen Drehtag sollten dementsprechend mehrere Akkus gehören.

PRAXIS

Die vielen Direktzugriff-Tasten, der Zoom-Schiebeschalter für Canons Servo-Einheiten und der XLR-Griff lassen während des Drehs mit der C 50 tatsächlich ein gewisses Camcorder-Gefühl aufkommen. Das gilt aber auch für das typische Canon-Filmmenü, was für unseren Geschmack zu kleinteilig ist und nicht immer mit einer sinnvollen Aufteilung der einzelnen Menüpunkte in die entsprechenden Untergruppen aufwartet. Wir hätten es beispielsweise besser gefunden, zum Wechsel vom Open Gate-Recording in geringere Auflösungen nicht erst die Sensorauflösung von „Full Frame 3:2“ in „Full Frame“ ändern zu müssen. Auch hätte der Kamera ein dediziertes Film-Hauptmenü à la Sony oder Fujifilm gutgetan. Letztendlich ist die Menügestaltung aber immer Geschmackssache, und nach der üblichen Eingewöhnung findet man sich dann doch zurecht.

Unser Testsetup: C50, 24-105mm-Objektiv und Richtrohr-Mikrofon. Gedreht wurde Reportage-typisch aus der Hand.

Da der C 50 der Camcorder-typische Sucher fehlt, muss man auch bei strahlendem Sonnenschein zur Bildkontrolle auf den drei Zoll (7,6 cm) großen Touchscreen vertrauen. Dieser kann unter anderem Waveform-Monitor, Falschfarben-Anzeige, Farbbalken sowie selbstverständlich Peaking und Zebra anzeigen und bietet damit alle wichtigen Anzeige-Werkzeuge. Doch leider ist er nicht besonders hell, so dass man bei Drehs an sonnigen Tagen eventuell doch auf einen externen Monitor zurückgreifen wird. Die C 50 ist an und für sich sehr leicht, was beim Dreh aus der Hand Fluch und Segen zugleich ist – immer abhängig vom verwendeten Objektiv. So sind mit einem kompakten Zoom kleine und leichte Setups möglich, das in unserem Test verwendete RF 24-105mm F2.8L IS USM Z ist jedoch weder klein noch leicht, was in einer merkbaren Kopflastigkeit resultierte. Dennoch: mit einer Hand unter dem Objektiv und der anderen am Kamera- oder XLR-Griff lässt sich mit dem Setup gut aus der Hand drehen, einzig der fehlende optische Bildstabilisator schmerzt.

Der XLR-Griff wird auf den Multifunktionsschuh geschoben und mit zwei Schraiben befestigt. Eine TRS-Buchse ermöglicht auch ohne Zubehörschuh externe Tonaufnahme.

Lichtstärke und Fazit mit Wertungstabelle
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Autor:
Joachim Sauer
Bildquellen:
Canon, Joachim Sauer MEDIENBUREAU

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