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GoPro Mission 1 Pro: Actioncam mit 1-Zoll-Sensor als Zukunftshoffnung - Bildeindruck, Bewertung und Fazit

| Joachim Sauer

Seite 4 von 4: Bildeindruck, Bewertung und Fazit

BILDEINDRUCK

GoPro hat lange Jahre nun an seinem Hardware-Konzept festgehalten – wohl auch gezwungenermaßen, da man an Komponenten gebunden war. Die Mission 1 ist eine Neukonzeption, unterstützt durch das neue GP-log2, mit dem man aus dem 1 Zoll Sensor sichtbar mehr Bilddynamik holen kann. Der Sensor bringt die derzeit beliebte geringere Schärfentiefe, die damit den typischen Actioncam-Look, mit ständiger Schärfe im gesamten Bild, etwas auflöst. Damit einher geht, dass die Kamera nun Objekte erkennen und im Idealfall verfolgen muss, damit die Schärfe auch an der korrekten Stelle im Bild ist und bleibt. Genau hier überzeugt uns die Kamera noch nicht vollständig – sowohl die Bedienung ist zu fummelig als auch das Ergebnis zu ungenau. Der größte Haken dabei ist, dass man die Schärfe nicht auf dem zwar größeren aber immer noch kleinen Display beurteilen kann. Problematisch wird dies nur wenn man mit der Kamera beweglich arbeitet und zudem man nicht genau weiß, was vor der Kamera passiert. Für sicher scharfe Aufnahmen lässt man dann lieber den Fokus in der Entfernung und riskiert, dass Nahaufnahmen unscharf sind. Gerade die Eignung als Bodycam ist damit eher problematisch. Doch auch bei Selfies mit dem Wechsel zwischen sich und dem, was man sieht, ist das ebenfalls schwer – und hat uns einige unscharfe Aufnahmen beschert, die mit der Hero13 zuverlässig geklappt hätten. Gut klappt das dagegen in Festinstallationen, wenn die Kameraposition genauso klar ist wie der Handlungsort, welcher scharf sein soll.

GoPro Mission1 Unschaerfe 1Dank des für eine Actioncam vergleichsweise großen Sensors kann man mit der Mission 1 durchaus Unschärfe in seine Einstellungen bekommen.

Eine Abteilung, in der GoPro der Konkurrenz aber meilenweit hinterherhinkte, war die Lichtstärke. Bis jetzt, denn die Mission 1 präsentiert sich markenuntypisch lichtstark. Durch 8K-Auflösun ist das Bildrauschen natürlich feiner, dennoch können wir der Actioncam bis ISO 3200 ein gutes Rauschverhalten attestieren – auch wenn wir zu letzterer Lichtstärke nur selten greifen wollen würden, was aber mehr an der deutlichen Detailabnahme durch die Interne Rauschreduzierung liegt. Hier hat sich GoPro offensichtlich etwas von der chinesischen Konkurrenz abgeschaut und auch der spezielle Nachtmodus der Mission 1 ist von Insta360 und DJI abgeschaut. Allerdings ist man als Nutzer des Nachtmodus nicht einem festen Farbprofil „ausgeliefert“, sondern kann weiterhin aus den vorhandenen Looks sowie GP-Log2 wählen. Auch wenn der Nachtmodus nicht das Niveau einer Ace Pro 2 erreicht und das Bild im Test etwas blau abgestimmt hat, ist die Einstellung bei Nacht und fortgeschrittener Dämmerung immer eine Überlegung wert, auch wenn die Kamera dann in 8K 16:9 maximal 30 Bilder in der Sekunde schafft.

GoPro Mission1 ISO3200Die native ISO-Empfindlichkeit der Mission 1 liegt bei ISO 100. Bei ISO 3200 (Bild) ist für uns die Grenze des professionell Nutzbaren erreicht, alles darüber ist zu verrauscht. Für GoPro ist das jedoch ein beachtliches Ergebnis.

AKKULAUFZEIT UND WÄRMEABSCHALTUNG

„Enduro 2“ nennt GoPro selbstbewusst die Akkus der Mission 1 Pro und legt in der Grip Edition zwei Exemplare samt passendem Ladegerät bei. Mit einem Akku konnten wir im Praxistest etwa fünf Stunden arbeiten, wobei wir hier nicht durchgehend gefilmt und die Kamera in den Drehpausen ausgeschaltet haben. Bei maximaler Belastung, sprich in höchster Auflösung und Datenrate sowie mit angeschalteten Displays und Hilfen, kamen wir mit einer Akkuladung auf nahezu 60 Minuten Aufnahmezeit. Allerdings wurde es der Mission 1 nach 23 Minuten und 68 Prozent verbleibender Akkuladung zu heiß. Einmal 15 Minuten abgekühlt und wieder angeschaltet trat nach 14,5 Minuten und 43 Prozent verbleibender Akkuladung die nächste Überhitzung auf. Auch wenn diese Werte für GoPro gut sind, schaffen andere Hersteller inzwischen deutlich bessere Werte. Besonders ärgerlich fanden wir allerdings, dass unsere Akkus nach einer Woche bereits gut 30 Prozent der Ladung verloren hatten. Das ist für neue Akkus ein sehr schlechter Wert und beeinträchtigt die Nutzbarkeit in der Praxis.

GoPro Mission1 AkkuGoPro hat wieder die Akkubauform geändert, so dass die Akkus der letzten Hero-Modelle nicht mehr passen. Praktisch ist das (optionale) Doppelladegerät.

 

FAZIT

Joachim Sauer VIDEOAKTIV Autor

Man kann festhalten: Die Mission 1 Pro ist der richtige Schritt von GoPro, um die Vorherrschaft im Actioncam-Segment zurückzugewinnen: Die Kamera liefert eine gute Bildqualität mit hoher Bilddynamik, hat die passenden Modi und eine gute Bildberuhigung. Aber eben auch Schwächen, wie die Sonnenblende, die bei starker Bewegung immer mal wieder das Bild abschattete oder die nun notwendige Fokussierung, die eben noch nicht optimal funktioniert. Hier kann GoPro sicher durch künftige Firmware-Updates nachbessern – wenn die Entwickler dazu die Chance bekommen. Denn dazu braucht man frisches Geld von Investoren und Verbraucher, die mitziehen und ein durchaus überzeugendes neues Produkt kaufen.

Dabei dürfte die Mission 1 Pro das Hauptprodukt im Sortiment sein, denn die Ersparnis für die Mission 1 ist vergleichsweise gering und die Einschränkungen bei den Formaten durchaus empfindlich. Denn was die Mission 1 Pro besonders gut kann ist die Zeitlupe – und das passt sehr gut in den Zeitgeist, wo man mit sogenannten Speed-Ramps einen cineastischen Look erzeugt. Genau zu diesem Look passt auch die höhere Bilddynamik und die gewonnene geringere Schärfentiefe – wenn man sie gezielt einsetzt. Auch wenn die Bedienung der Kamera immer noch einfach ist, hat sie in Sachen der zuverlässigen Bildquelle durch den größeren Sensor etwas eingebüßt. Spannend bleibt für uns deshalb die Frage, wie das dann bei der Mission 1 Pro ILS wird, die mit MFT-Optiken arbeitet. Hier wagen wir derzeit noch keine Aussicht – hoffen aber sehr, dass GoPro den Turnaround hinbekommt und sich damit die grundsätzliche Neuentwicklung gelohnt hat.

+ gute Bilddynamik mit GP-Log2
+ hohe Zeitlupen
+ hohe Auflösung
+ einfache Bedienung
- langsamerer Kamerastart
- frühe Hitzeabschaltung

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DATEN

DATEN UND TESTERGEBNISSE

GoPro Mission1 Tabellenbild

Hersteller GoPro
Modell Mission 1 Pro
Preis 700 Euro (Basismodell)
780 Euro (Grip Edition mit Cage, Griff und Zusatzakku)
Abmessungen 8,5 x 5,8 x 5 cm
Gewicht 150 g
Internet www.gopro.com
DATEN
Aufzeichnungsformate 8K (60/50/30/25/24p), UHD (240/120/100/60/50/30/25/24p),Full-HD (480/240/120/100/60/50/30/25/24p)
max. Datenrate 240 Mbit/s
Codecs (Dateiformate) H.265, H.264
Max. Abtastung intern 4:2:0 (10 Bit)
Aufnahmemedien Micro-SDXC
Bildwandler/Auflösung 1 Zoll/50 Megapixel
BILDQUALITÄT max. 44 Punkte 32,3/sehr gut
Outdoor sehr gut
Indoor sehr gut
Lowlight sehr gut
Bildberuhigung sehr gut
Aufnahmewinkel (min - max.) 72 - 158 Grad
TON max. 7 Punkte 5,5/sehr gut
Tonaufnahme stereo
Mikrofonanschluss drahtlos
Tonqualität gut
AUSSTATTUNG max.23 Punkte 20,4/sehr gut
GPS-Empfänger/Bluetooth/WLAN ○/●/●
Akkufach/Zusatz-Akku ●/●
Anschlüsse USB-C
Speicher (intern/Karte) —/Micro-SD
Spritzwasserschutz
wasserdicht/Tiefenangabe  ●/20 Meter
Unterwassergehäuse
Objektiv drehbar
Überkopfkorrektur manuell/automatisch
LED-Leuchte optional
Intervall-Fotofunktion
Aufnahmeloop
Pre-Recording 15 Sek.
Lieferumfang Klebehalterung, Stativgewinde, sonstige Halterung
BEDIENUNG max.26 Punkte 20,5/sehr gut
Bedienungsanleitung nur digital, vollständig, verständlich
Akkulaufzeit  80 Minuten 
Akku-Ladezustand in Prozent
Fernbedienung via App
Smartphone-App GoPro Quick
Touch-Dsplay
Status/Kontroll-Display (Diagonale) ●/● (6,5 cm)
Ein-Tasten-Aufnahme
gut erkennbare Record-Funktion
Menüstruktur übersichtlich und logisch
Fernsteuermöglichkeit sehr gut
Tasten/Handhabung gut bedienbar (auch mittels Sprachsteuerung), sehr klare Logik
va logo kl 100  
Urteil max.100 Punkte sehr gut 81,7
Preis/Leistung sehr gut

 

 

Seite
Autor:
Joachim Sauer
Bildquellen:
GoPro, Joachim Sauer, Jonas Schupp MEDIENBUREAU

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