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Report: YouTube-Kanal gehackt – was passiert und was man tun kann - YouTube-Kanal entfernt, zweiter Hack des Google-Accounts

| Joachim Sauer

Seite 3 von 4: YouTube-Kanal entfernt, zweiter Hack des Google-Accounts

YOUTUBE-KANAL KOMPLETT ENTFERNT

Nachdem das Google-Konto wieder aktiv ist, komme ich auch wieder auf den YouTube-Kanal, wobei mir hier natürlich aufgezeigt wird, dass dieser entfernt wurde. Ich kann die Überprüfung beantragen, wobei ich hier reinschreibe, dass der Kanal gehackt wurde. Das nützt allerdings gar nichts, denn offensichtlich wird diese Überprüfung durch ein Algorithmus bearbeitet, der mir bereits kurze Zeit später mitteilt, dass er nichts für mich machen kann und einen Link zu einem Antrag auf Überprüfung zuschickt. Um es kurz zu machen: Ich glaube, wenn ich diesen Link (siehe Tipp) gleich auf in der Google Hilfe gefunden hätte, wäre die Freischaltung vielleicht etwas früher erfolgt. Doch man kann eines Zusammenfassen: Die Anleitungen der Google Hilfe sind so hilfreich wie die Warn-Meldungen, die zumindest im ersten Fall schlicht zu spät kommen, weil man beim Eintreffen der Mails kaum noch handlungsfähig ist. Auch die Hilfe geht immer davon aus, dass man noch irgendwie auf den Account kommt und irgendwas überprüfen kann. Ich muss davon ausgehen, dass der Hacker entweder extrem viel Übung hat und schnell agiert, wahrscheinlich aber einen Bott laufen hat, der ihm diese Arbeit abnimmt. Dagegen hat man manuell kaum eine Chance.

Verbundene Adsense Ads KontenEine der Gefahren ist es, dass die Hacker sich im verbundenen AdSense Konto als Zahlungsempfänger eintragen und über das Google Ads-Konto auf die Kosten des Geschädigten Anzeigen schalten. Die Empfehlung lautet deshalb diese Konten getrennt vom YouTube-Inhaberkonto zu halten.

Tipp

Um das Google-Formular für die Wiederherstellung des YouTube-Kanals (https://support.google.com/youtube/contact/report_youtube_hijacking) vollständig ausfüllen zu können ist es wichtig, einige Daten parat zu haben, an die man im Schadenfall kaum rankommt. Ohne diese Daten lässt sich das Formular nicht abschicken. Legt Euch also im Vorfeld eine Datei mit folgenden Daten an:

  • Kanal-ID nach dem Muster youtube.com/channel/UCUZHFZ9jIKrLroW8LcyJEQQ

  • Kanal-Name wie @VIDEOAKTIV_tv
  • Welche Recovery-E-Mail ist hinterlegt

  • Wenn man Teil des YouTube-Partnership-Programms ist: die AdSense pup ID

Formular HackerangriffUnsere Empfehlung: Am besten gleich dieses Formular ausfüllen – im Idealfall erwischt man so den Support bevor die Hacker versuchen, Murks über den Kanal zu schicken.

NOCHMAL GEHACKT

Auch jetzt heißt es wieder warten – und wieder passiert erst etwas, nachdem meine YouTube Ansprechpartnerin aktiv wird. Leider geht diese Mail an die neue kryptische Mail-Adresse, auf die ich eigentlich eine Weiterleitung eingerichtet habe. Doch auf meinem normalen Mailkonto kommt diese Mail nicht an. Doch ich wähne mich in Sicherheit und denke, dass ich nur warten muss. Allerdings habe ich eine kleine Neurose entwickelt und checke meine Mail in kurzen Abständen. Als ich am Donnerstag, also rund drei Tage nach dem Angriff um 20:45 Uhr meine Mails checke sehe ich eine Google-Warnmeldung von 20:15 Uhr: Jemand hat die Zwei-Faktor-Authentifizierung via App gelöscht. Doch dieses Mal hat Google direkt reagiert und das Konto deaktiviert, bevor weiterer Schaden entstehen konnte.

Hacker 2teWelleKaum haben wir den Google-Account übernommen und eigentlich alle Sicherheitsempfehlungen ausgeführt, versucht der Hacker diese wieder zu deaktivieren.

Tipp

Als sehr gut hat sich herausgestellt, dass wir Google Chrome ausschließlich für die Google Dienste nutzen und keinerlei Passwörter dort speichern. Tatsächlich könnte hätte der Hacker ansonsten die Passwörter abgreifen können, die tatsächlich im Profil gespeichert werden.

PasswoerterDas Versprechen, dass man nur selbst die Passwörter sehen kann, stimmt nur, solange der Google Account nicht gehackt ist. Wer Zugriff auf den Account hat, kann auch alle anderen Passwörter auslesen.

Änderungen nach dem Hack, Fazit
Seite
Autor:
Joachim Sauer
Bildquellen:
Joachim Sauer, MEDIENBUREAU

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