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Test: Centrance Mixerface R4D – klassisch kompakt

| Jonas Schupp

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Einen vollständig analogen Signalweg mit digitalem Recorder und USB-Interface im kompakten Gehäuse verspricht Centrance mit ihrem Mixerface R4D-Tonmischer. Der Hersteller sieht den Audio-Mix-Recorder als „eierlegende Wollmilchsau“ für Feld- und Studioeinsatz – und wir machen den Toncheck.


VA sound logo 50px IM TEST:Centrance Mixerface R4D, 529 Euro

In der Filmbranche gibt es eine Menge Klischees – nicht wenige betreffen die liebevoll spöttelnd „Tonis“ genannten Filmtonmeister und -assistenten, die im Team für die gute Audioqualität verantwortlich sind. Der klassische „Toni“ ist entweder tiefenentspannt oder grummelig, arbeitet gerne „effizient“ und ist, was sein Equipment angeht, stockkonservativ. Frei nach dem Motto „Das hat schon immer so funktioniert!“ wird auf alte, bewährte Technik gesetzt. Eine Tonmischung über einen platzsparenden Feldrecorder wie den Tascam Portacapture X8, der dazu noch die Möglichkeit einer Sicherheitsaufnahme liefert? Undenkbar! Zu Modern, zu viele Risiken, ungewollt Parameter zu verstellen. Und das Plastikgehäuse? Viel zu anfällig für Stöße und Stürze! Natürlich haben wir jetzt alle Klischees ausgepackt, ganz unrecht haben die Filmtonleute aber nicht. Denn das Risiko, bei Feldrecordern schnell ungewollt auf Tasten oder Touchscreen zu kommen, ist hoch. Also wird auf Tonmischer à la Sound Devices oder die in die Jahre gekommenen SQN-Mixer zurückgegriffen, die sich in oft jahrzehntelangem Einsatz bewährt haben und, wenn auch teilweise mit unintuitivem Bedienkonzept.

Das Mixerface R4D von Centrance kam bei uns über mehrere Wochen als Tonmischer auf Digitalkameras sowie als Interface für Computer und Smartphone zum Einsatz. Weil sich Ton in Worten schwer beschreiben lässt, empfehlen wir den Blick in unser Testvideo.

OBERSEITEUm eine unintuitive Bedienung muss man sich beim Mixerface R4D wenig Gedanken machen. Obwohl das kompakte Gerät nicht nur Audiomischer mitsamt Ein- und Ausgängen, sondern auch ein mobiler Recorder und Audio-Interface ist. Und das alles in einem mit 121 x 70 x 36 Zentimetern sehr kompakten, robusten Metallgehäuse. Der Clou ist der komplett analoger Signalweg, bei dem jede Funktion einen eigenen Regler bekam. Derer sechs befinden sich auf der Oberseite: jeweils ein Drehregler für die Pegel der beiden Audioeingänge, das Aux-Stereosignal und den Kopfhörerausgang, ein Überblender zwischen Mono- und Stereo für den Audioausgang sowie eine Überblendung zwischen USB- und Inputsignal. Zuschaltbar für beide Mono-Audioeingänge ist jeweils ein Hochpassfilter und HI-Z-Vorverstärkung für pegelarme Signale über in das robuste Metallgehäuse eingelassene Schieberegler. Für deren Bedienung braucht man einen schmalen Gegenstand, wie das im Lieferumfang enthaltene Werkzeug. So verhindert der R4D ungewolltes Verstellen der Parameter während des Betriebs. Zwei LEDs signalisieren anliegendes Signal und Peaking, wobei bei letzterem nicht klar ist, ob Über- oder Vollaussteuerung gemeint ist. Hier hätte eine Skala oder zumindest eine eigene LED für die Vollaussteuerung gutgetan. Zwangsläufig vom analogen Signalweg ausgenommen, sprich digital, ist dann die Recorder und Interface-Funktion.

Centrance Mixerface R4D Medienbureauc 4370

Sechs gummierte Regler dominieren die Oberseite des Mixerface. Ein entsprechendes Werkzeug zur Bedienung der Schieberegler liefert Centrance mit.

Das Frontpanel und Einsatz als Tonmischer
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