Praxistest: Instamic Pro Plus C Stereo – gerüstet für Wasseraction
| Joachim Sauer
Wasserdichtes Ansteckmikrofon, eigenständiger Recorder und Bluetooth-Mikrofon: Der Instamic Pro Plus C Stereo vereint mehrere Einsatzmöglichkeiten mit einer bisher eher unbekannten Robustheit.
IM TEST: Instamic Pro Plus C Stereo, 149 Euro
Ein kleines Mikrofon, das auch beim Wassersport den Kommentar aufnehmen soll: Das ist der Ausgangspunkt unseres Praxisvideos zum Instamic Pro Plus C Stereo. Im unauffällig schwarzen Gehäuse steckt ein Recorder, dessen Besonderheiten erst beim genaueren Blick auf die Aufnahmewege deutlich werden. Es zeichnet selbst auf, lässt sich mit dem Smartphone verwenden und kann sich über Bluetooth mit einer Kamera verbinden. Diese Möglichkeiten verlangen allerdings unterschiedliche Einstellungen, die man via App treffen muss – und soviel sei vorausgesagt: Das ist anfangs Gewöhnungsbedürftig, doch dafür bekommt man ein Mikrofon das eben baden gehen darf. Entsprechend liefert der japanische Audiospezialist Zoom, der inzwischen hinter dem von einem Startup in Schweden entwickelten Mikrofon steht, drei Befestigungslösungen mit: eine Klemme fürs Revers, eine magnetische Halterung sowie einen Klettverschluss, wobei das Gerät mit 18 Gramm leicht genug ist um den Kragen übermäßig zu strapazieren und die Magnethalterung kräftig genug um auch nach einem Wasserplatscher noch an der Sportbekleidung zu sein. Dennoch wäre es uns sympatisch, wenn am Mikrofon eine Öse wäre, die eine echte Absicherung zulässt. Optional bietet Zoom Cover in verschiedenen Farben sowie Fellwindschütze in schwarz oder weiß an.
Joachim Sauer hat das Mikrofon in verschiedenen Einsatzszenarien getestet und liefert Tonbeispiele aus dem Studioumfeld.
RECORDER MIT 32 BIT FLOAT
Die erste Betriebsart ist die Aufnahme direkt auf dem Mikrofon. In der App heißt der zugehörige Bereich „Remote Control“: Das Smartphone dient hier nur zur Steuerung des Recorders, wobei man prinzipiell die Aufnahme auch mit der einen Taste am Mikrofon starten kann. Die LEDs am Gerät signalisieren den Aufnahmezustand. Doch die App öffnet außerdem den Zugang zu den Formateinstellungen, wobei sich für diesen Einsatz eigentlich nur der 32-Bit-Float empfiehlt – denn dabei entfällt die Notwendigkeit den Ton zu pegeln, da die Aufnahme mehr Spielraum für die nachträgliche Anpassung der Lautstärke ermöglicht. Begrenzender Faktor ist hier ausschließlich der maximale Schalldruck, den das Mikrofon verarbeiten kann. Als Speichermedium hat der Hersteller 16 GB internen Speicher integriert, wobei im WAV-Format aufgezeichnet wird. Die Akkulaufzeit beträgt circa 4,5 Stunden, geladen wird über USB-C.
Einmal via App konfiguriert lässt sich das Instamic über die eine Taste in Record versetzen. Die LEDs werden dann rot und signalisieren die Aufnahme, wobei wir die 32-Bit-Float-Aufnahme enpfehlen, weil so die Pegelung (nahezu) entfällt.
STEROTON
Neben der bis ein Meter wasserdichten Verarbeitung ist die Stereoaufzeichnung die zweite Besonderheit. Dazu hat die Stereoversion statt der vier Mikrofone der günstigeren Mono-Variante, dann sechs Mikrofone, wobei die zwei zusätzlichen Mikrofone seitlich im Gehäuse untergebracht sind. Wir machen es hier kurz: Wir sind weder vom Ton, noch von der Stereowirkung überzeugt. Unser Video liefert ein entsprechendes Hörbeispiel mit mit zwei Sprechern links und rechts neben dem in der Hand gehaltenen Mikrofon. Dabei fällt der Ton deutlich ab auch wenn die Stereowirkung zuordenbar ist. Offensichtlich haben die seitlichen Mikrofone einen geringeren Pegel, so dass wir mit dem dann eher halligen Ton nicht glücklich sind. Auch jede andere getestete Spielvariante brachte keine besseren Ergebnisse zustande. Zumal man den Stereoton eben nicht verlustfrei mit 32-Bit Float, sondern nur mit 24 Bit aufzeichnen kann.
In der Stereo-Version des Instamic stecken sechs Mikrofone: Vier sind nach oben gerichtet, jeweils ein weiteres steckt links und rechts im Gehäuse, wobei deren Empfindlichkeit deutlich reduziert ausfällt.
FUNKMIKROFON
Als zweite Möglichkeit bietet das Instamic die Nutzung als „Wireless Microphone“. Dabei dient das Smartphone als Aufnahmekamera, während das Instamic den Ton liefert. Auch in diesem Bereich zeigt die App unterschiedliche Aufnahmeoptionen. Die eingeblendeten Einstellungen unterscheiden erneut zwischen Stereo mit 24-Bit und Mono mit 32-Bit-Float. Letztlich nur noch 16-Bit bietet dann die dritte Variante bei der man via Bluetooth eine Verbindung zu einer Kamera aufbaut. Hier gibt es leider eine Stolperfalle, denn die Kameras erkennen zwar das Mikrofon, können die Verbindung aber erst herstellen, wenn man das Mikrofon über die App auf das passende Freisprechprofil und die 16-Bit umgestellt hat. Ist die Verbindung einmal aktiv, klappt es anstandslos und unsere Insta360 X6 erkannte das Mikrofon immer sofort nach dem Einschalten.
Optional bietet Zoom einen Fellwindschutz an, wobei diese sehr knapp ausfallen und entsprechend nicht so sicher am Gehäuse sitzen. Zudem ist das Fell recht lang, dafür aber dünn, so dass es schnell nicht mehr besonders gut aussieht.
APP-KONTROLLE
Die App beschränkt sich nicht auf den Aufnahmeknopf und die Umschaltung der Aufnahmevarianten „32-bit Float Mono“, „24-bit Stereo“ und „24-Bit-Mono“ sowie Dual-Mono, sondern bietet auch die Option die LEDs am Mikrofon zu deaktivieren. Zudem hat man eine Monitoring-Funktion zum Vorhören und die App zeigt zudem Informationen zu Akku, Speicher und Firmware. Letztlich ist sie aber zentraler Baustein des Mikrofons, da nur mit Ihr der Funktionsumfang beziehungsweise die verschiedenen Betriebsasten genutzt werden können. Eigentlich schade, denn immerhin ist der zentrale Einsatzbereich der Wassersport, etwa ein Segelausflug mit begleitendem Kommentar. Immerhin ist das Mikrofon nach IP67 spezifiziert und hält damit bis zu 30 Minuten bei ein Meter Wassertiefe aus. Will man in diesem Einsatzszenario wirklich zum Smartphone greifen, um Änderungen vorzunehmen? Wohl eher nicht. Gerade daran erkennt man, dass das Mikrofon in erster Linie für die interne Aufnahme mit 32-Bit-Float konzipiert wurde.
Die App ist weitgehend selbsterklärend und bietet die schnelle Überwachung und Aufnahmekontrolle an.
FAZIT
Der Instamic Pro Plus C Stereo verbindet mehrere Aufnahmewege mit einem auf Wassereinsatz ausgelegten Konzept – genau das ist letztlich die Besonderheit. Etwas endtäuschend fällt die Stereowirkung aus, so dass wir eher die günstigere Mono-Variante empfehlen. Etwas gewöhnungsbedürftig finden wir die Notwendigkeit per App die Qualität einstellen zu müssen, um eine Verbindung zur Kamera hinzubekommen – zumal dann eben nicht parallel die interne Aufnahme zur Verfügung steht, wie das derzeit eigentlich schon üblich ist. So bleibt dem Instamic in erster Linie eine gute Lösung für die sehr spezielle Anwendung rund um viel Action, wenn es nass und schmutzig wird – wobei wir eben hier durch die Aufnahmeabbrüche wichtige Aufzeichnungen verloren haben. Das Firmware-Update bringt nun Verbesserungen – doch letztlich sind das Patzer, die nicht passieren dürften.
+interne 32-Bit-Aufnahme + interner Speicher o Bauartbedingt kein Mikrofonanschluss - Zusatzfunktionen nur über App sinnvoll steuerbar
Jetzt vergleichen in der
DATEN
DATEN UND TESTERGEBNISSE
Hersteller
Zoom
Modell
Instamic
Preis
129 Euro (Mono-Version) 149 Euro (getestete Stereo-Version)
Wie angekündigt bringt DJI nur gut drei Monate nach dem Mic Mini 2 die 2S-Variante heraus. Hat sich das Warten gelohnt und was unterscheidet die neue Funkstrecke von ihren Schwestern?
IM TEST: DJI Mic Mini 2S (2 Sender + 1…
Handmikrofone sind trotz Funkstecken, Richtmikrofonen & Co. aus dem Rundfunk nicht wegzudenken. Anhand des neuen sE Electronics V7 ENG zeigen wir, warum.
IM TEST: sE Electronics V7 ENG, 149 Euro
{loadposition…
Auf den ersten Blick scheint es ein ganz normale Funkmikrofon zu sein – doch genaugenommen will Insta360 mit dem Mic Pro ein universell nutzbares Mikrofon bieten und integriert neben einem personalisierbaren Display ein Mikrofon-Array. Wir…