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Mikrofontest: Sony ECM-L1 – im Test gegen Sennheiser MKE 2

| Jonas Schupp
Dass Sony nicht nur Videobild, sondern auch Videoton beherrscht, soll das ECM-L1 unter Beweis stellen. Wir haben das Mikrofon gegen die große Konkurrenz aus dem Hause Sennheiser getestet.


VA sound logo 50px IM TEST:Sony ECM-L1, 299 Euro

Lavaliermikrofone sind aus professionellen Produktionen nicht mehr wegzudenken. Klein und diskret ermöglichen sie dank Platzierung direkt am Körper auch dann guten Ton, wenn sich Protagonist oder Moderator frei bewegen. Zu den Tugenden eines guten Lavaliermikrofons gehören neben professioneller Tonqualität außerdem eine Unempfindlichkeit gegenüber Atmosphärenton und Störgeräuschen. All das soll das ECM-L1 erfüllen und steht damit in Konkurrenz zu Sennheiser, genauer deren MKE 2-Mikrofon. Dieses 349 Euro teure Lavaliermikrofon hat sich in der VIDEOAKTIV-Redaktion in jahrelangem Profi-Einsatz in einer Vielzahl von Drehsituationen bewiesen und ist damit unsere Referenz in diesem Bereich. Kann sich das 50 Euro günstigere Sony gegen den Dauerbrenner beweisen?

Wie das Sony ECM-L1 im Vergleich zum Sennheiser MKE 2 klingt und was Sony besser macht als Sennheiser, zeigen wir hier im Video.

AUFBAU

Das in einem kleinen Transportbeutel gelieferte Mikrofon kommt in diskretem Schwarz daher. Neben dem Ansteckclip liefert Sony zwei Windschutze mit, wovon einer klassisch in Metall gehalten ist, der andere mit seinem grauen Fell gegen höhere Windstärken helfen soll. Der Wechsel auf den Fell-Windschutz ist beim Sennheiser-Modell eine frickelige Angelegenheit, beim Sony hingegen erfreulich einfach, da Sony in den Windschutz eine feste Kappe integriert hat, welche sich einfach auf das Lavaliermikrofon stülpen lässt. Ähnlich weitergedacht hat Sony auch am anderen Ende: Nicht nur ist der 3,5mm-Miniklinkenanschluss verriegelbar, er ist zudem länger ausgeführt als bei Sennheiser. Dessen Anschluss ist durch den nicht zurückziehbaren Überwurf etwas zu kurz, um bei Funkstrecken ohne Verriegelung wie beispielsweise beim DJI Mic 2 oder dem Comica Vimo Q sauber einzurasten. Beim ECM-L1 klappt das hingegen ohne Probleme.

Sony ECM L1 Stecker 2

Der Überwurf für die Verriegelung ist beim ECM-L1 so weit zurückziehbar, dass der Stecker auch an TRS-Anschlüssen ohne Verriegelung sauber einrastet.


PRAXISWährend des Tests kam das ECM-L1 in erster Linie in Sportsituationen auf dem Fußballplatz zum Einsatz. Mit 120 Zentimetern ist das Kabel ausreichend lang für eine gute Platzierung, zudem ist es angenehm flexibel und trotzdem robust. Dank der Verriegelung blieb das Mikrofon auch in actionreichen Situationen auf dem Fußballplatz immer fest mit dem AVX-Sender verbunden. Auch klanglich konnte das Sony überzeugen: sowohl Männer- als auch Frauenstimmen kamen natürlich und klar rüber. Im Vergleich zum Sennheiser MKE 2 ist das ECM-L1 eine Spur klarer, mit weniger Bass und dafür fein aufgelösten Höhen. Unserer subjektiven Meinung liefert das Sony-Mikrofon damit das bessere Klangbild, auch wenn es etwas anfälliger gegen Umgebungsgeräusche ist. Verbesserungspotential hat hingegen der Fell-Windschutz, der schneller Windgeräusche zulässt als die Sennheiser-Version.

Sony ECM L1 Klemme

Die Klemme ist gummiert, so dass trotz strammem Halt keine Beschädigungen an der Kleidung entstehen.

 

 

DATEN UND TESTERGEBNISSE

Sony ECM L1 Tabellenbild

Hersteller Sony Produkt ECM-L1 Preis 299 Euro Internet sony.de DATEN                                              Mikrofontyp Lavalier Funktionsweise Elektret-Kondensatormikrofon Charakteristik Kugel Frequenzgang 20 - 20.000 Hz Schalldruckpegel 124 dB Anschluss 3,5mm-Miniklinke Abmessung Mikrofon: 5,6 mm x Länge 11,8 mm (1/4 Zoll x 15/32 Zoll) (nur Mikrofoneinheit) Durchmesser 2,2 mm x Länge 1,2 m (3/32 Zoll x 3,9 Zoll) (nur Kabel) Ausstattung Transporttasche, Metall-Windschutz, Fell-Windschutz va logo kl 100   Urteil sehr gut Preis/Leistung sehr gut

FAZIT

Jonas Schupp VIDEOAKTIV AutorHat Sony mit dem ECM-L1 die neue Referenz für Lavaliermikrofone geschaffen? Was die Klangqualität betrifft, können wir diese Frage getrost mit ja beantworten. Das Mikrofon liefert sofort sendefähigen Ton mit klaren Höhen und guter Sprachverständlichkeit. Damit übertrifft es unsere 50 Euro teurere Sennheiser-Referenz, auch wenn dieses etwas besser gegen Umgebungsgeräusche abschirmt und mit 142 dB im Vergleich zu 124 dB den höheren Schalldkpegel besitzt. Dafür erleichtert Sony das Wechseln der Windschutze und dank des längeren Steckers rastet das Mikrofon auch an Anschlüssen ohne Verriegelung ein. Das macht das ECM-L1 zur professionellen Ergänzung für Funkstrecken aller Art – wie beispielsweise der ECM-W3 aus Sonys eigener Produktion. Ein Test dazu folgt in Kürze auf VIDEOAKTIV.tv. + guter, klarer Klang+ mit und ohne Verriegelung nutzbar+ einfaches Wechseln der Aufsätze- Fell-Windschutz nicht so effektiv wie bei Sennheiser

 

 

Autor: Jonas Schupp / Bilder: Sony, Joachim Sauer, Jonas Schupp MEDIENBUREAU

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