Funkstrecken-Test: DJI Mic Mini 2 – DJI bringt Farbe ins Spiel
| Jonas Schupp
In der VIDEOAKTIV-Redaktion sind die DJI-Testwochen ausgebrochen, denn nach Avata 360, Pocket 4 und den Lito-Drohnen steht mit dem Mic Mini 2 schon das nächste Produkt bereit. Wir haben die kleine Funkstrecke mit Lifestyle-Ambitionen getestet.
IM TEST: DJI Mic Mini 2 (2 Sender + 1 Empfänger), 99 Euro
Was kann man bei Funkstrecken überhaupt noch verbessern? Die Antwort scheint das Mic Mini 2 mit „mehr Farbe!“ zu beantworten. Denn die Kappen der Sender sind abnehmbar und DJI liefert sowohl bunte als auch optional gemusterte Austauschteile mit. Damit dürften die Chinesen, welche mit Avata 360, Pocket 4 sowie Lito 1 und X1 einen ganzen Strauß neuer Produkte rausgebracht haben, vor allem die Lifestyle-Kundengruppe und die Content Creator ins Auge gefasst haben. Gleichzeitig möchte man natürlich auch die „echten“ Profis ansprechen, die eine simple, zuverlässige Funkstrecke brauchen. Gelingt das?
Ob sich das Mic Mini 2 nicht nur durch farbige Abdeckungen, sondern auch durch guten Klang und Reichweite auszeichnet, zeigen wir im Testvideo.
GEHÄUSE
Farbige Abdeckungen sind auch bei Profis gerne gesehen, um beispielsweise die Funkstrecken-Farbe an die Kleidung der tragenden Person anzupassen. Schade allerdings, dass auf allen Abdeckungen groß das DJI-Logo prangt und die grauen Sender so nicht wirklich diskret sind. Diese sitzen wie gewohnt zusammen mit dem Sender in der Ladeschale, die nun neben den Smartphone-Adaptern auch noch Magnete und das TRS-Kabel aufnimmt. Letzteres braucht etwas Übung, um es in die entsprechenden Aussparungen hineinzubekommen. Hat man sich daran gewöhnt ist es aber praktisch, alle Komponenten schon in der Ladeschale zu haben, wodurch man keinen zweiten Transportbeutel braucht. Diesen legt DJI aber trotzdem bei, falls man sich beispielsweise für weiteres Zubehör entscheidet. Die Tasche ist dabei groß genug, um beispielsweise den optionalen Sony-Multifunktionsschuhadapter oder weitere Kabel aufzunehmen.
DJI hat die Ladeschale behutsam überarbeitet, welche nun auch dem TRS-Anschlusskabel Platz bietet.
SENDER
Die beiden hellgrauen Sender sind im Grunde nur an der Farbe von denen des Mic 3 zu unterscheiden, denn sie besitzen nicht nur die gleichen Maße, sondern auch das Schalter-Layout der „großen“ Funkstrecke. Die beiden Tasten, welche beim Mic 3 für Verbindungsart und An/Aus/Aufnahme zuständig sind, übernehmen beim Mini 2 die Verbindungsart sowie An/Aus mit Nebengeräusch-Reduzierung. Was uns fehlt, ist ein TRS-Anschluss für Lavaliermikrofone, was aber bei der Mini-Funkstrecke aufgrund der grundsätzlich kompakten Ausrichtung weniger ins Gewicht fällt als beim Mic 3. Auf die Sender kann man, analog zu Mic 3 und dem ersten Mic Mini, die beiliegenden Fell-Windschutze einfach aufstecken. Wie bei den Abdeckungen liefert DJI auch hier verschiedene Farben mit, um die Sender optisch an die eigene Kleidung und Bedürfnisse anpassen zu können.
Die Sender von Mic Mini 2 und Mic 3 sehen sich zum Verwechseln ähnlich, die Kappe des Mic 3 ist aber nicht abnehmbar. Beide Funkstrecken sind Bluetooth-fähig.
EMPFÄNGER
Am Empfänger hat sich im Grunde nichts geändert, es bleibt beim bekannten Zwei-Schalter-Layout mit Tasten für Verbindung und Strom. Rückseitig sitzt ein USB-C-Anschluss sowie unter einer Abdeckung der Anschluss für die Smartphone-Adapter. Gepegelt wird ebenfalls ab Empfänger, allerdings nur in fünf Stufen (-12/-6/0/+6/+12 dB). Zwei LEDs geben Auskunft über die verbundenen Sender, auf ein Display verzichtet DJI.
Keine Fragen offenbart der Empfänger, der gegenüber dem ersten Mic Mini unverändert geblieben ist.
REICHWEITE UND AKKULAUFZEIT
Astronomische 400 Meter gibt DJI für die Reichweite an, gibt aber zu, dass die Tests dazu unter Laborbedingungen gemacht wurden. Wir testen die Reichweite von Funkstrecken grundsätzlich in der Natur und bewegen uns dabei so, dass der eigene Körper immer wieder zwischen Sender und Empfänger ist – wie in der Realität. So bekamen wir im Test annähernd 100 Meter hin, wobei bei Körperblockade nach circa 95 Metern ein erster kurzer Aussetzer auftrat. Erst bei etwa 110 Metern wurden die Wackler regelmäßig, wenn sich der Körper zwischen Sender und Empfänger befand. Ohne Körperblockade war aber auch bei dieser Distanz noch eine lückenlose Tonaufnahmen möglich – das hat bisher nur das Sennheiser Profile Wireless geschafft.
Die Frontkappen gibt es in verschiedenen Farben – aber immer mit präsentem DJI-Logo, welches auch auf den künstlerisch gestalteten, optionalen Kappen (links) prankt. Die farbigen Felle sind ebenso optional, im Lieferumfang enthalten sind die schwarz-grauen Versionen.
Bricht das Signal vollständig ab, schalten sich die Sender automatisch in einen Energiesparmodus. Insgesamt liegt die Akkulaufzeit laut DJI bei 11,5 Stunden, mit vollgeladener Ladeschale dank zwischenzeitlichem Aufladen sogar bei maximal 48 Stunden. Ob das stimmt, können wir nicht bestätigen, da wir im Test nicht einmal ansatzweise an das Limit des Akkus gekommen sind. Was wir aber bestätigen können: nach etwa fünf Minuten Ladung konnten wir mit den Sendern ansatzweise eine Stunde filmen, bis das Gerät wieder am vorherigen Ladungszustand war. Hier kommt dem Gerät höchstwahrscheinlich die fehlende interne Aufnahme zugute, welche mehr Platz für den Akku schafft und den Stromverbrauch geringhält.
Das mit 59 Euro günstigere Smartphone-Paket muss mit einem Sender weniger sowie dem beschränkteren Smartphone-Empfänger auskommen.
KLANG UND NEBENGERÄUSCH-REDUZIERUNG
Und wie klingt das Mic Mini 2 nun? Um es kurz zu machen: sehr gut. Der Klang ist klar und präsent und bekommt auch den Bassanteil bei Männerstimmen gut eingefangen. Im Vergleich zu unserer Referenz, dem 299 Euro teuren Sony ECM-L1, fehlt es der Mini-Funkstrecke etwas an Klarheit und Detailwiedergabe, die Unterschiede sind aber gering – was in Anbetracht des Preisunterschieds schon erstaunlich ist. Ebenso positiv wie der natürliche, professionelle Klang ist die subtil eingreifende Nebengeräusch-Reduzierung, die durch zweimaliges Drücken des Anschalters aktiviert wird und den Klang nur minimal dünner macht, aber vor allem die dröhnenden Frequenzen von beispielsweise LKW- oder Treckermotoren so effektiv dämpft, dass die menschliche Stimme gut durchkommt. Wir empfehlen hierzu einen Blick in das Testvideo.
Drückt man die Anschalt-Taste doppelt, aktiviert man die Nebengeräusch-Reduzierung, was der Sender durch eine gelbe LED an Sender und Empfänger anzeigt.
FAZIT
Beim Auspacken des Mic Mini 2 fragten wir uns schon, was abgesehen von den farbigen Abdeckungen jetzt wirklich neu an der Funkstrecke ist und eine neue Version des immerhin erst knapp anderthalb Jahre alten Originals rechtfertigt. Dass auf den Abdeckungen immer präsent das DJI-Logo prangt stört, weniger ins Gewicht fällt ob der Ausrichtung als kompakte, preiswerte Funkstrecke der fehlende TRS-Anschluss. Dafür hätten wir uns eine bessere Pegelung am Empfänger gewünscht als die nach wie vor bestehenede Regelung in fünf Schritten, welche zum genaues Auspegeln immer das Tonmenü der jeweiligen Kamera braucht.
Die echten Neuerungen stecken beim Mic Mini 2 aber vor allem unter der Haube. Das betrifft in erster Linie den sehr guten Klang mit natürlichem Charakter, aber auch die lange Akkulaufzeit und die subtile, aber sehr effektive Nebengeräusch-Reduzierung. Für alle, die eine günstige Funkstrecke mit sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis suchen, sollte das Mic Mini 2 eine Überlegung wert sein.
+sehr gute Reichweite +natürlicher Klang +sehr gute Nebengeräusch-Reduzierung +hohe Reichweite o kein TRS-Eingang -Abdeckungen immer mit DJI-Logo - keine genaue Pegelmöglichkeit am Gerät
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Hersteller
DJI
Modell
Mic Mini 2
Preis
59 Euro (1x Sender, 1x Smartphone-Empfänger, Ladeschale) 99 Euro (2x Sender, 1x Empfänger, Ladeschale)
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