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Filmwerkstatt: Effekte - Teil 2

| Joachim Sauer

Seite 2 von 2: Teil 2

Schatten

Bei untoten Schatten erscheint statt des Geistes nur sein Schattenriss, der sich über Hausmauern bewegt. Die seitlich angestrahlte Figur , die den Schatten wirft, wird einfach mit abgeschnitten und durch das unbewegte Originalbild ersetzt. Nett einzusetzen bei all den Geschichten, in denen sich der Schaten einer Figur zu verselbstständigen scheint. Dann wird eben die Figur, welche zum Schatten gehört mit einer ausgetauscht, die etwas ganz anderes macht.

 

 

Schnüre

schon mal dran gedacht? Ein feiner Nylonfaden klappt im rechten Moment -wie von Geisterhand bewegt - Fensterflügel und Türen, bewegt Äste oder lässt Dinge zu Boden stürzen – ohne dass der Trick im Bildhintergrund auffallen würde. Schade ist, dass der Faden beim HD-Filmen deutlich dünner sein muss, um nicht erkannt zu werden.

Spiegel2 Aus seiner kurzen Distanz sieht der Kameramann noch die ganze Kirche: Vom Fotostandpunkt aus, ist das Bildfenster schon deutlich kleiner. Spiegel1 Spärter in der Szene:Die Kamera verlagert auf die beiden Personen im Hintergrund, deren Gespräch im Off bereits vorher zu hören ist.

Spiegel

wer am Drehort Spiegel und Glasreiniger dabei hat, macht eigentlich unmögliche Aufnahmen: Spiegel versetzen Motive an fast beliebige und für den Kameramann praktischer zugängliche Positionen. So kommt die Kamera via Spiegel in Raumecken, wo sie eigentlich unmöglich hätte stehen können. Und die Kombination aus Spiegelbild und Realbild in einer Einstellung erlaubt überraschende oder surreale Kombinationen. Stellen Sie beispielsweise den Spiegel schräg gestellt vor ein hohs Bauwerk, so das es Ihnen den optimalen Bildausschnitt präsentiert und sie können sogar noch die Füße von Passanten, die vor der Kirche herumlaufen hinzufügen. Für einen geschickten Übergang zu Elementen außerhalb des Spiegels eignet sich dann häufig eine Schärfeverlagerung.

Der Spiegel schafft elegante Möglichkeiten Umgebung und Hauptaktion miteinander zu vereinen, ohne umständliche Schwenks in Kauf zu nehmen. Bekannt ist der Effekt aus Spielfilmen, bei denen sich die erste Handlung im Laufe der Szene als Spiegelung entpuppt, die Teil einer zweiten Handlung ist, die sich erst nach leichter Veränderung der Kameraposition erschließt. Auch die Spiegelung eines Gesichts im Wasser funktioniert meist nicht ohne einen Spiegel unter einer dünnen Wasserschicht, die manuell bewegt wird. Eine Stütze oder ein Fixierstativ ist für Spiegelaufnahmen sinnvoll. Achtung, je größer der Spiegel, desto weiter kann die Kamera von ihm entfernt stehen, um das Motiv in seinem Inneren voll aufzunehmen. Je größer die Entfernung, desto kleiner der mögliche Bildausschnitt. Vergessen Sie nicht Spiegelszenen im Schnittsystem erneut zu spiegeln.

(mb)

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