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DJI Ronin RS 4: flexibler und für gewichtigeres Kamera-Equipment - Stabilisierung und Fazit

| Joachim Sauer

Seite 3 von 3: Stabilisierung und Fazit

STABILISIERUNGWir könnten es hier kurz machen und auf die Stabilisierungsleistung des bereits getesteten DJI Ronin RS 3 Pro verweisen. Denn auch wenn die Maße etwas anders sind, bügelt das RS 4 auch dann Bewegungen glatt, wenn man über den holprigen Acker läuft oder eben mal nicht ganz so sanft im Watschelgang läuft. Eher holpriges Rennen führt dann allerdings zu einer wenig ausgeglichenen Bildberuhigung. Besonders gut gefällt uns die Option, im Menü die Bewegungsgeschwindigkeit einstellen zu können, denn so kann man von eher sanften und gleitenden Bildern zur gewollt etwas ruckartigeren, subjektiven Kamera umschalten. Alles andere als neu: Drückt man die fordere Taste, lockert das Gimbal die Achsen und erlaubt so eine plötzlich dynamischer werdende Bildgestaltung.

DJI RS4 Arbeit

Das Gimbal folgt den bereits bekannten Bedienmustern. Wer sich etwas Mühe mit den Grundeinstellungen macht, bekommt die Feinabstimmung gut hin und bekommt auch auf unebenem Untergrund eine gute Beruhigung.

Auch wenn die Stabilisierungsleistung wirklich sehr gut ist, gibt es Einschränkungen: Die Achsen bieten keine echte 360-Grad-Freiheit, sondern sind deutlich eingeschränkt. Das fällt auf, wenn man die Perspektive besonders deutlich wechseln will oder auf eher „wildere“ Bildgestaltung steht. Oder aber wenn man etwas größere Aufbauten mit dem System stabilisieren will. Schon der kleine Empfänger des Rode Wireless Go passt gerade mal so noch auf unsere Lumix S5 Mark II X. Da bleibt für den Wechsel in die bodennahe Position gerade mal drei bis vier Millimeter Spielraum.  Dafür punktet das RS 4 mit deutlich längerer Akkulaufzeit. DJI spricht von knappen 30 Stunden – um es kurz zu machen: Wir haben das Gimbal in unseren Dreheinsätzen nie leer gemacht, sondern maximal auf 60 Prozent reduziert bekommen. Zwei, respektive drei Drehtage sollten mit dem Gimbal also machbar sein, auch dank der Abschalt- beziehungsweise Ruhemodus-Funktion. Das neue Modell unterstützt zudem den DJI Radio Videosender.

DJI RS4 Medienbureauc 1060189

Der Akku im Griff ist sehr kräftig und hält deutlich länger als einen Drehtag durch.

 

DATEN UND TESTERGEBNISSE

DJI RS4 Tabellenbild

Hersteller DJI
Produkt Ronin RS 4
Preis 549 Euro (RS 4)
719 Euro (RS 4 Combo)
Internet dji.com
Transportmaße 32,3 x 19,5 x 9,8 cm
Gewicht 1800 Gramm
KONNEKTIVITÄT
Anschlüsse USB-C
Bluetooth
WLAN
GIMBAL 30 Punkte 24,5/sehr gut
geeignet für bis 3 Kilogramm
Transport-Eigenschaften verriegelbare Achsen, kleine Transporttasche
Neigeachse -110 bis 210 Grad
Rotations-/Drehachse -105 bis 240 Grad
Panorama-Achse 360 Grad
Überkopf-/Hochkantmodus ●/●
MANUELLE BEDIENUNG 10 Punkte 7,5/sehr gut
manuelle Gimbalsteuerung Joystick und Drehrad
Record-Funktion für Kamera
Zoom-Steuerung

Umschaltung der Betriebsmodi
Gewindeschrauben für Zubehör 2x 1/4-Zoll
STEUERUNG 15 Punkte 7/ausreichend
manuelle ISO/Blende/Fokus ○/○/○
Weißabgleich
Bildwiederholfrequenz NTSC/PAL —/—
autom. Verfolungsmodus
autom. Panoramaschwenk
AKKU 10 Punkte 9/hervorragend
Akku-Kapazität/tauschbar mehr als 2970 mAh/—
Gimbal-Akkulaufzeit ca. 25 Stunden
Powerbank-Funktion
BILDBERUHIGUNG 35 Punkte 28,5/sehr gut
Treppenlaufen sehr gut
Sanftes Laufen sehr gut
Schnelles Laufen gut
Objektverfolgung sehr gut
Objektumrundung sehr gut
va logo kl 100  
Urteil
max.100 Punkte
sehr gut
76,5
Preis/Leistung gut

FAZIT

Joachim Sauer VIDEOAKTIV AutorDJI hat mit dem RS 4 sein Einstieg in die Profi-Klasse etwas perfektioniert. Die gr0ße Revolution bei den bekommt der Hersteller bei seinen Ronin-Gimbals nicht mehr hin, denn diese sind inzwischen einfach ausgereift und leicht bedienbar. Wirklich gut ist die Option das Gimbal innerhalt weniger Minuten und ohne weiteres Montagematerial auf Hochkant umrüsten zu können. Das ist aus unserer Sicht der größte Sprung vom Ronin RS 3 auf RS 4. Ob man das braucht, ist allerdings abhängig davon, für wen beziehungsweise welche Anwendungsart man tatsächlich dreht. Gerade durch die steigende Bedeutung von Social Media und Content für Apps, ist diese Option nicht unerheblich. Etwas mehr Bauhöhe erlaubt das RS 4, die Bedienung ist noch etwas besser als beim Vorgänger – die Motoren aber offensichtlich nicht kräftiger. Gerade im Zusammenspiel mit Zoom-Optiken wäre dies durchaus wünschenswert. Genug Akkuleistung hat das Gimbal auch für kräftigere Motoren. Genaugenommen könnte man darüber diskutieren, ob der Akku nicht kleiner und damit leichter sein dürfte. Denn am Drehabend nachladen ist ja nun wahrlich kein Problem.+ sehr gute Bildberuhigung+ lange Akkulaufzeit+ schnelle Justage+ schneller Umbau- kein kompakter Transport möglich- Zwangsregistrierung

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