Test: DJI Osmo Nano mit Vergleich zur Insta360 Go Ultra
IM TEST:
DJI Osmo Nanon (128GB) Combo, 309 Euro
Insta360 Go Ultra Standard Bundle, 429 Euro (zum Test)

Joachim Sauer war mit der DJI Nano nicht nur auf dem Rennrad unterwegs, sondern hat die Actioncam auch im Campus Galli in Meßkirch als Reportage-Cam eingesetzt.
BEDIENKONZEPT
Das Bedienmodul lässt sich drehen, die Kamera eignet sich damit auch für Selfie-Aufnahmen.
MIMO-APP
Die Mimo-App, hier ein Screenshot aus dem Osmo 360-Test, ist logisch und schnell mit der Actioncam verbunden – aber wirklich notwendig ist sie nicht. Umso lästiger, dass man über sie die Osmo Nano bei DJI registrieren muss.
Die Versuchung liegt nahe, die Actioncam nur mit zwei Fingern zu halten. Doch so deckt man fast mit Sicherheit die Mikrofonöffnungen ab.
AUSSTATTUNG
In der Monitor-Einheit bringt DJI einen Micro-SD-Kartenschacht unter, doch genaugenommen hat man die Videodaten vom integrierten Speicher via USB-C schneller zum Rechner übertragen.
Mit an Bord ist natürlich Bluetooth – denn die Osmo Nano gliedert sich ins Ökosystem bei DJI ein und kann mit den Mikrofonen des Herstellers direkt Kontakt aufnehmen. Allerdings kann man hier über die Bedienfreundlichkeit durchaus diskutieren, denn eine Pegelung im Menü der Actioncam gibt es nicht. Entsprechend muss man das Mikrofon via Mimo-App pegeln, den Pegel aber über die Monitor-Anzeige kontrollieren. Gleichzeitig zeigt sich hier die Schwäche des modularen Systems: Während man das Mikrofon mit der Osmo Nano verbunden hat, lässt sich nicht parallel ein Bild zum abgedockten Monitor übertragen.
Wie bei DJI üblich ist die Osmo Nano mit DJIs Funkstrecken kompatibel. Dann funktioniert allerdings die Videovorschau nur, solange der Monitor angedockt ist.
Der Monitor hat den stärkeren Akku integriert und lädt das Kameramodul nach, sobald dieses angeschlossen ist. Entsprechend läuft die Kamera länger als die Monitoreinheit.
BILDSTABILISIERUNG
Bei einer Actioncam ist eine gute Bildstabilisierung obligatorisch und inzwischen muss man schon sehr genau hinschauen, will man hier Unterschiede zwischen den Anbietern feststellen. In der Standard-Bildstabilisierung zeigt unser Vergleich zwischen Insta360 Go Ultra und DJI Osmo Nano kaum Unterschiede. Beide beruhigen das Bild sehr gut, wobei man schon hier erkennt, dass beide durchaus auch im Standard nicht wirklich den Horizont hin und herkippen lassen, wenn man ein Rennrad im Wiegetritt fährt. Wer so eine Dynamik aktiv zeigen will, muss die Stabilisierung ganz ausschalten. Unterschiede zeigen sich dann bei aktiver Horizontbegradigung, die unserer Ansicht nach Insta360 einen Hauch besser erledigt.
Die Bildstabilisierung greift recht deutlich ein und sorgt für eine gute Beruhigung, bei der allerdings auch etwas Dynamik verloren geht. Wer Sport mit authentischer Bewegung darstellen will, muss die Bildstabilisierung auslassen.
BILDQUALITÄT
Um es kurz zu machen: So gute Bilder aus so kleinen Kameras sind durchaus faszinierend und waren lange so nicht denkbar. Aber das gilt schließlich auch für Smartphones, die ebenfalls inzwischen professionelle Qualität abliefern können. Bei der Osmo Nano sollte man dazu allerdings dringend den D-Log-M Modus aktivieren, denn in der Standardeinstellung zeigt die Kamera ein deutlich zu buntes Bild mit starker Kantenaufsteilung, so dass das Bild zwar insgesamt scharf – aber eben unnatürlich und deutlich bunt darstellt. Hier übertreibt es DJI deutlich, so dass wir in der Standardeinstellung respektive das flache Profil der Insta360 Go Ultra vorziehen würden – wäre da eben nicht die Option, mit Log-Bildprofil arbeiten und so die Farben im Nachhinein anpassen zu können.
Das Bild der Osmo Nano im Standard-Farbprofil wirkt insgesamt sehr bunt. An den Kanten gibt es eine Kantenaufsteilung, die zwar für Bildschärfe sorgt, aber etwas unnatürlich aussieht.
FAZIT
DJI liefert mit der Osmo Nano ein Gegenpart zu Insta360 Go Ultra – offensichtlich haben beide Hersteller zeitgleich an ähnlichen Konzepten gearbeitet. Wobei beide Konzepte nicht wirklich neu sind – neu ist eher das hohe Niveau, auf dem sich die beiden Minikamera bewegen. Zum Formfaktor eine Bewertung zu machen fällt schwer, denn Prinzipiell erscheint das Kameramodul der Osmo Nano geschickter – dafür ist aber der Dock in der Monitoreinheit der Insta360 Go Ultra ergonomischer – zumal der Monitor flexibler nutzbar ist. Interessant ist die Preisgestaltung, mit der sich DJI in eine deutlich bessere Position schiebt – so günstig waren Kameras mit diesen Qualitäten bisher nicht.Allerdings zeigen beide Kameras auch deutliche Hitzeprobleme – für Daueraufzeichnungen sind deshalb beide nicht geeignet. Besondere Perspektiven bei einem Konzert oder im investigativen Bereich sind also nicht die Stärke der Kameras. Sie sind viel mehr ganz klar im Sportbereich positioniert und erledigen hier beide ihre Aufgabe sehr gut. Dabei gefällt uns bei der Osmo Nano die Aufzeichnung mit Log-Profil – bei der Go Ultra ist dafür die Standard-Qualität ein bisschen besser.Die Frage, die sich am Ende stellt: Wer braucht tatsächlich die kleinen Kameras – tut es nicht eine normale Actioncam? Tatsächlich dürfte in den meisten Fällen die Actioncam kompakt genug sein – es ist wohl eher das Gewicht, das im Sport eine Rolle spielen kann. Denn weniger Gewicht bedeutet weniger Vibrationen und weniger Beeinträchtigung des Sportlers. Der Haken bleibt für uns die Aufnahmezeit, die somit eher für eine Abfahrt, für einen kurzen Turn oder eben eine schnelle Runde geeignet ist. Einen Spielverlauf komplett damit zu dokumentieren ist illusorisch.+ Filmen mit Log-Farbprofil möglich+ gute Bildstabilisierung+ großer interner Speicher- unterschiedlichen Funktionen je nach Monitor-Dockrichtung- begrenzte Aufnahmezeit wegen Hitzeabschaltung
DATEN
DATEN UND TESTERGEBNISSE

| Hersteller | DJI | |
| Modell | Osmo Nano | |
| Preis | 279 Euro (64 GB) 309 Euro (128 GB) |
|
| Internet | dji.com/de | |
| DATEN |
||
| Größe (L x B x H) | 2,1 x 5,5 x 3,9 cm (Vision Dock) 2,1 x 5,5 x 2.7 cm (Kamera) |
|
| Gewicht | 124 (52) g | |
| Aufzeichnungsformate (Bildraten) |
UHD (120/100/60/50/30/25/24p), 2,7K (120/100/60/50/30/25/24p), FHD (240/200/120/100/60/50/30/25/24p) | |
| max. Datenrate | 120 Mbit/s | |
| Codecs (Dateiformate) | H.265, H.264 | |
| Max. Abtastung intern | 4:2:2, 4:2:0 (10 Bit, 8 Bit) | |
| Aufnahmemedien | interner Speicher, Micro-SDXC | |
| Bildwandler/Auflösung | 1/1,3 Zoll/ 10 Megapixel | |
| BILDQUALITÄT 44 Punkte | 29,8/gut |
|
| Outdoor | sehr gut | |
| Indoor | gut | |
| Lowlight | befriedigend | |
| Bildberuhigung | gut | |
| Aufnahmewinkel (min - max.) | 113-123 Grad | |
| TON 7 Punkte | 4/befriedigend |
|
| Tonaufnahme | Stereo | |
| Mikrofonanschluss | drahtlos | |
| Tonqualität internes Mikrofon |
befriedigend | |
| AUSSTATTUNG 23 Punkte | 15,9/sehr gut |
|
| GPS-Empfänger/Bluetooth/WLAN | ○/•/• | |
| Akkufach/Zusatz-Akku | —/— | |
| Anschlüsse | USB-C | |
| Speicher (intern/Karte) | •/Micro-SDXC | |
| Spritzwasserschutz | • | |
| wasserdicht/Tiefenangabe | •/10 Meter | |
| Unterwassergehäuse | — | |
| Objektiv drehbar | ○ | |
| Überkopfkorrektur | manuell/automatisch | |
| LED-Leuchte | optional | |
| Intervall-Fotofunktion | • | |
| Aufnahmeloop | • | |
| Pre-Recording | 5 Sek. bis 5 Min. | |
| Lieferumfang Halterungen | sonstige Halterung | |
| BEDIENUNG 26 Punkte | 21,2/sehr gut |
|
| Bedienungsanleitung | nur digital, online, vollständig | |
| Akkulaufzeit | 110 Minuten | |
| Akku-Ladezustand | in Prozent | |
| Fernbedienung | via App | |
| Smartphone-App | DJI Mimo | |
| Touch-Display | • | |
| Status/Kontroll-Display (Diagonale) | •/• (5 cm) | |
| Ein-Tasten-Aufnahme | • | |
| gut erkennbare Record-Funkion | ○ | |
| Menüstruktur | übersichtlich und logisch | |
| Fernsteuermöglichkeit | sehr gut | |
| Tasten/Handhabung | gut bedienbar (auch mittels Gesten-/Sprachsteuerung) | |
| Urteil | 70,9/gut |
|
| Preis/Leistung | gut | |
Autor: | Joachim Sauer |
Bildquellen: | DJI, Joachim Sauer MEDIENBUREAU |
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