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Insta360 Luna Pro im Praxistest: wenn eine Brennweite reicht

| Jonas Schupp

Insta360 geht den umgekehrten Weg von DJI und stellt nach der Luna Ultra die Luna Pro vor, die auf die Tele-Brennweite ihrer großen Schwester verzichtet, dafür aber günstiger ist. Ist sie damit die günstigere Wahl für budgetorientierte Filmende?

360 Grad Kameravergleich Titel

 

IM TEST:
Insta360 Luna Pro, 549 Euro

 

Dass die Insta360 Luna Ultra eine gute Kamera, konnte sie im Hands-On, dem Praxistest und dem Vergleich mit der DJI Osmo Pocket 4P umfassend zeigen. Klar ist aber auch, dass sie mit 799 Euro relativ teuer ist und die zusätzliche 60 mm-Brennweite nicht immer nötig ist – nicht umsonst kam DJIs Pocket-Serie bis zur 4P immer mit einer Kamera aus. Genau hier setzt nun die Luna Pro ein, welche die Hauptkamera und auch sonst viel von der großen Schwester übernimmt, aber günstiger als diese ist. Damit wird sie für alle interessant, die auf den Preis schauen müssen oder wollen. Wir haben mit der Luna Pro bei der Weinlese gedreht und berichten hier, ob das vermeintliche Downgrade nicht vielleicht ein Preis-Leistungs-Upgrade ist.

Bei der Weinlese musste die Luna Pro sofort liefern. Ob sie das geschafft hat und worin sie sich von der Luna Ultra unterscheidet, zeigt Joachim Sauer im Video.

UNTERSCHIEDE ZUR LUNA ULTRA

Unterschiede zur Ultra gibt es abgesehen von dem Verzicht auf die Tele-Brennweite nicht wirklich – wenig verwunderlich, denn das Verwenden gleicher Komponenten in der Herstellung spart schlicht und ergreifend Geld. Der Rahmen um das Display fällt bei der Pro etwas größer aus, wodurch sie leider nicht mehr in das Schutzgehäuse ihrer großen Schwester passt. Gimbal und Kameramodul werden hingegen mit einer Gummihülle gesichert, die aber zu „labberig“ ist um wirklich effektiv zu schützen und beispielsweise ein unkontrolliertes Drehen der Kamera in der Hosentasche zu verhindern. Das hat DJI bei der Osmo Pocket 4 und deren Plastik-Klemme besser gelöst.

360 Grad Kameravergleich GRAnstatt der praktischen, alles verriegelnden Plastik-Klemme der Osmo Pocket 4 setzt Insta360 bei der Luna Pro auf eine wenig widerstandsfähige Gummihalterung.


GEMEINSAMKEITEN

Sonst ist eigentlich jede Eigenschaft der Ultra auch in der Pro zu finden. Das bedeutet 8K-Auflösung mit bis zu 30 Bildern in der Sekunde, 4K-UHD mit bis zu 120 und Full-HD mit bis zu 240 Bilder pro Sekunde – wohlgemerkt im normalen und nicht im speziellen Zeitlupen-Modus. Auch I-Log und der 47 Gigabyte große interne Speicher sind wieder dabei, wodurch die Luna Pro professionelle Ansprüche an die Bilddynamik erfüllt, auch wenn die angegebenen 14 Blendenstufen nicht ganz erreicht werden dürften. Der interne Speicher macht eine microSD-Karte nicht zwingend erforderlich, auch weil die Aufnahmen der Luna wenig Speicherplatz beanspruchen.

Insta360 LunaPro InternerSpeicherIm Test konnten wir ohne Probleme mit dem internen Speicher arbeiten, ohne diesen allzu oft leeren zu müssen.

Vollkommen identisch sind Toneigenschaften und Bedienung – mit dem kleinen Unterschied, dass der Zoom bei der Luna Pro natürlich rein digital funktioniert. In 4K ist der zweifache Zoom verlustfrei, wodurch man quasi eine 20- und eine 40 mm-Brennweite in einer Kamera erhält. Leider ist der Joystick nach wie vor nicht in der Lage, unterschiedliche Richtungen gleichzeitig einzuschlagen und dient eigentlich nur der Kamera-Ausrichtung vor der Aufnahme. In der Bedieneinheit, wie bei der Ultra abnehmbar, ist wieder ein Mikrofon integriert, dazu kann man auch Funkstrecken wie Insta36 eigenes Mic Pro empfängerfrei verbinden. Bei der Bildberuhigung funktioniert das kleinere Gimbal der Pro ebenso gut wie bei der Ultra und ermöglicht sanfte wie dynamische Aufnahmen, die zudem gut beruhigt sind.

Insta360 LunaPro GimbalDas Gimbal beruhigt zuverlässig und sanft – eben das, was man von einer Gimbalkamera auch erwartet.

 

FAZIT

Joachim Sauer VIDEOAKTIV Autor

Eines ist klar: Wer auf das Geld schauen muss, greift zur Luna Pro anstatt zur Luna Ultra. Mit ihr kann man so arbeiten, wie man es von DJIs Pocket-Serie gewohnt ist und erhält gleichzeitig ein besseres Bild dank 1-Zoll-Sensor und I-Log. Profis hingegen werden die Variabilität durch die zweite Brennweite der Ultra zu schätzen wissen, so kommt man beispielsweise bei Veranstaltungen näher an die Objekte heran, ohne dass man von Personen bemerkt wird. Wer das nicht braucht, sondern nur Aufnahmen im Vlog-Stil oder auf Reisen macht, kann guten Gewissens zur günstigeren Luna Pro greifen. Oder doch lieber zur nahezu eigenschaftsgleichen Osmo Pocket 4 von DJI? Das kann nur ein direkter Vergleich klären, der bald im Magazin folgen wird.

+ gute Bilddynamik mit I-Log
+ stabile, sanfte Bildberuhigung
+ abnehmbare Bedieneinheit
- Joystick wenig brauchbar

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VA Bestenliste

DATEN

DATEN UND TESTERGEBNISSE

Insta360 LunaPro Tabellenbild

Hersteller Insta360
Modell Luna Pro
Preis 549 Euro (Basismodell)
Abmessungen 15,6 x 4,8 x 3,5 cm
Gewicht 165 g
Internet www.insta360.com
DATEN
Aufzeichnungsformate 8K (30/25/24p), UHD (120/100/60/50/48/30/25/24p), Full-HD (240/200/120/100/60/50/48/30/25/24p)
max. Datenrate 120 Mbit/s
Codecs (Dateiformate) H.265, H.264
Max. Abtastung intern 4:2:0 (10 Bit, 8 Bit)
Aufnahmemedien interner Speicher Micro-SDXC
Bildwandler/Auflösung 1 Zoll/37 Megapixel
BILDQUALITÄT max. 44 Punkte 33/sehr gut
Outdoor sehr gut
Indoor sehr gut
Lowlight sehr gut
Bildberuhigung sehr gut
Aufnahmewinkel (min - max.) 49-84 Grad
TON max. 7 Punkte 6/sehr gut
Tonaufnahme stereo
Mikrofonanschluss drahtlos
Tonqualität gut
AUSSTATTUNG max.23 Punkte 15,5/gut
GPS-Empfänger/Bluetooth/WLAN ●/●/●
Akkufach/Zusatz-Akku ●/—
Anschlüsse USB-C
USB-C Speicher (intern/Karte) 47 Gb/Micro-SD
Spritzwasserschutz
wasserdicht/Tiefenangabe  —/0 m
Unterwassergehäuse
Objektiv drehbar
Überkopfkorrektur manuell/automatisch
LED-Leuchte optional
Intervall-Fotofunktion
Aufnahmeloop
Pre-Recording 30 Sek.
Lieferumfang Stativgewinde, sonstige Halterung
BEDIENUNG max.26 Punkte 19,5/sehr gut
Bedienungsanleitung nur digital, vollständig, verständlich
Akkulaufzeit  100 Minuten 
Akku-Ladezustand in Prozent
Fernbedienung via App
Smartphone-App Insta360 App
Touch-Dsplay
Status/Kontroll-Display (Diagonale) ●/● (5 cm)
Ein-Tasten-Aufnahme
gut erkennbare Record-Funktion
Menüstruktur übersichtlich und logisch
Fernsteuermöglichkeit sehr gut
Tasten/Handhabung gut bedienbar (auch mittels Gesten-/Sprachsteuerung)
va logo kl 100  
Urteil max.100 Punkte sehr gut 74
Preis/Leistung sehr gut

 

 

Autor:
Joachim Sauer, Jonas Schupp
Bildquellen:
Insta360, Joachim Sauer, Jonas Schupp MEDIENBUREAU

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