Seite 2 von 2: Mehr Cine für weniger Geld, 32-Bit-Float-Audio, KI-Zukunft
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MEHR CINE FÜR WENIGER GELD
Schon 2024 war klar, dass das nun zuende gehende Jahr 2025 für die Medienbranche nicht einfach wird. Große Filmprojekte sind Mangelware, so dass sich große Filmkameras derzeit nur schwer verkaufen. Dennoch gibt es gleich zwei Neueinsteiger: Fujifilm hat auf der IBC die
GFX Eterna 55 mit Mittelformat-Sensor vorgestellt, mit der man kommendes Jahr gegen Arri, Canon und Sony antreten will. Außerdem ist da noch Blackmagic, die dieses Jahr ebenfalls eine
Kamera mit Großformat-Sensor vorgestellt und preislich sehr attraktiv positioniert haben und letztlich noch RED,
die sich ebenfalls nicht auf Erfolgen ausruhen, sondern auch unter Nikons Führung im Cine-Segment aktiv bleiben. Spannend dürfte das besonders für 2026 werden, denn ein Boom an großen Cine-Projekten ist zumindest hierzulande nicht zu erwarten. Entsprechend werden Verleiher - und von diesen gehen meist die Impulse aus - nur zögerlich in neue Kameras investieren.
Die Fujifilm GFX Eterna 55 baut auf dem Sensor der GFX-Mittelformatkameras auf und soll an die alten (Eterna)-Filmzeiten anküpfen.
Entsprechend entwickelt sich der Markt derzeit eher im unteren Cine-Segment – und das durchaus dynamisch, aber eben nicht auf dem gleichen Wert. Dennoch hat man bei Nikon den Schalter umgelegt und mit Hilfe der RED-Entwickler nun auch eine Cine-Kamera im Angebot. Diese hört auf den Name ZR, wobei VIDEOAKTIV die Kamera
auf der diesjährigen IBC und
in Südfrankreich intensiv testen konnte. Auch Lesertester Sascha Halfmann hat die Kamera bereits
für die Produktion von Social-Media-Inhalten nutzen können. Die ZR steht im Einstiegs-Cine-Segment jedoch bei weitem nicht allein da, sondern trifft auf weitere Neulinge von
Canon (EOS C50),
Sony (FX2) und
Panasonic (S1II). Man merkt schon, die derzeitigen Platzhirsche lassen sich nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen. Doch es lohnt sich genauer hinzuschauen, denn so sehr die Kameras der Einsteiger-Cine-Klasse vergleichbar sind: Die Unterschiede sind teils recht deutlich, weshalb wir im Jahresrückblick eine Analyse liefern, wann und für welche Ansprüche die jeweilige Kamera uns geeigneter erscheint. Ein Entscheidungskriterium kann dabei das nächste Thema, 32-Bit-Float Audio, sein.
Der Einstieg von Nikon beim Cine-Kamera-Spezialisten RED trägt mit der Nikon ZR erste Früchte. Wir haben hier den Test der Redaktion, wobei es auch einen ersten Lesertest zur Nikon ZR gibt.
32-BIT FLOAT
Verlustfreie Tonaufzeichnungen, keine Übersteuerungen und kein Clipping mehr – genau das steckt hinter dem Stichwort 32-Bit Float, das inzwischen nicht mehr nur in Fieldrecorder Einzug hält, sondern nun auch bei Kameras zum neuen Standard wird. Warum einen das interessieren muss? Ganz einfach weil es die leichteste Art ist sich um einen guten Ton zu kümmern, denn durch das Floating wird das richtige Pegeln des Tons deutlich unwichtiger. Logisch: Wenn es so laut ist, dass ein Mikrofon seinen maximalen Schalldruckpegel erreicht hat, rettet auch 32-Bit-Float nichts, denn diese Verzerrung wird mit aufgezeichnet. Gleiches gilt, wenn der Ton so leise gepegelt ist, dass man nahe am Signal-Rausch-Abstand arbeitet – auch dann verstärkt man zwangsläufig das Rauschen mit. Aber der nutzbare Dynamikumfang ist einfach deutlich größer, so dass man weniger falsch machen kann oder weniger aufmerksam sein muss. Und beim derzeitigen Kostendruck ist alles, was die Arbeit schneller und einfacher macht, ein Segen.

Wer noch nicht so richtig weiß, was hinter 32-Bit-Float steckt und warum man eigentlich inzwischen kaum noch Pegeln muss, dem sei dieser Ratgeber ans Herz gelegt.
KI-ZUKUNFT 2026
Zugegeben, eine Glaskugel mit erhellenden Ausblicken in die Zukunft haben wir nicht. Doch einige Dinge zeichnen sich so deutlich ab, dass man kaum umhinkommt sie als Trend zu erkennen. Ja, dazu gehört auch nächstes Jahr das Thema KI, wenn auch vielleicht mit einer ganz anderen Gewichtung: Wir erwarten einen Vormarsch der „Content Credentials“ als Nachweis von echten Inhalten – und damit als Gegentrend zu künstlicher Intelligenz. Dass dabei derzeit öfter KI draufsteht als drin ist, sollte den meisten Verbrauchern inzwischen klar sein: Denn eine Kamera mit KI-Autofokus, die also während der vielen Aufnahmen von den Filmschaffenden lernt und die Kreativen künftig besser unterstützt, gibt es nicht. Korrekt ist, dass die Hersteller den Autofokus per KI trainieren – dann aber in einen Algorithmus gießen, welcher dann in der Kamera seine Arbeit verrichtet. Schon etwas anders sieht das in Smartphones aus, die zunehmend besser lernen, Unschärfe in Bilder reinzurechnen und nicht zuletzt auch beim automatischen Erstellen von kurzen Clips inzwischen wohl die Werkzeuge der meisten Social Media Nutzer sind.
ZUM SCHLUSS...
...bleibt uns nur Danke zu sagen - für Eure Treue durch ein aufregendes Jahr 2025 hindurch. Wir freuen uns 2026 dank unserer rundrum überholten Portal und mit erholten Kräften nochmal richtig durchzustarten. Und das ist durchaus wörtlich gemeint: Kurz vor Weihnachten ist die VCopter Falcon Mini bei uns eingetroffen, so dass wir uns nicht nur erholen, sondern testen, damit wir Anfang Januar mit einem ausführlichen Praxistest am Start sind. Zudem ist wie bereits erwähnt der 360-Grad-Kamera-Test fast fertig und in unserer Redaktionspipline stecken noch ein paar weitere Produktneuheiten, die wir derzeit noch nicht preisgeben können, aber bereits intensiv in der Praxis testen.
Denn das ist es, was VIDEOAKTIV auszeichnet: Wir sind keine Redaktion der Theoretiker, sondern stehen selbst am Set und arbeiten mit den Produkten, die sich dann ganz anders bewähren müssen. Genau in dieser Kombination liegt unser Spaß, am Thema und an der Publikation. Wir freuen uns auf Euch - und jetzt heißt es:
Auf Wiedersehen in 2026
Euer Joachim Sauer und das gesamte VIDEOAKTIV-Team
PS: Natürlich lohnt es sich auch zwischen den Feiertagen und Neujahr bei VIDEOAKTIV vorbei zu schauen, denn unsere News laufen ab dem Sonntag wieder an.