Seite 3 von 3: KI, neue Hersteller und Ausblick
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KI – DER DAUERTREND
Dass Künstliche Intelligenz gekommen ist, um zu bleiben, sollte klar sein. Inzwischen integrieren die Hersteller KI-Modelle immer mehr in ihre Anwendungen, so bietet die neueste Version von DaVinci Resolve Unterstützung für KI-Assistenten à la ChatGPT und Adobe integriert unter anderem die firmeneigene Generierung von Inhalten direkt in Premiere Pro. Betont wird Branchenweit, dass man die KI nicht an die Stelle der Kreativen treten lassen möchte, genau dieser Trend dürfte aber nicht aufzuhalten sein. Ein Großteil der Werbeinhalte in Fernsehen und Social Media ist inzwischen KI-generiert, weil es schlicht und ergreifend einfacher und günstiger ist als klassisches Filmen. Mit KI lassen sich aber auch viele Prozesse in der Medienproduktion vereinfachen und automatisieren und genau hier setzen Adobe, Blackmagic Design & Co. an, was unserer Meinung nach auch der richtige Ansatz ist. Denn wer effizienter produziert, kann mehr Aufträge erledigen, ohne dass die Qualität darunter leidet.
DaVinci Resolve bekommt in der Version 21.1 Unterstützung für externe KI-Assistenten.
NEUE HERSTELLER
256 erstmals auf der Messe ausstellende Hersteller vermeldet die IBC als Erfolgserlebnis. Dass viele dieser neuen Hersteller aus Fernost kommen, ist kein Geheimnis und setzt einen Trend fort, den Firmen wie Zhiyun, Godox, aber vor allem SmallRig begründeten. Denn diese Hersteller drängen, nach dem sie in der Vergangenheit viel für andere Marken und Firmen produzierten, verstärkt mit eigenen Marken auf unsere Märkte vor. Dabei machen sie sich den Direktvertrieb zu Nutze und umgehen mit eigenem Onlineshop Händler. Meistens unterbieten sie dadurch etablierte Marken deutlich im Preis und verdrängen diese. Bestes Beispiel ist auch hier SmallRig, die inzwischen im Einstiegssegment der dominierende Hersteller für Rigging und anderes Zubehör sind und deren Akkus nunmehr von vielen Produktionsteams genutzt werden. Gleichzeitig lässt man sich von anderen Innovationen „inspirieren“ und entwickelt auf dieser Basis eigene Produkte wie beispielsweise ein Videostativ mit zentraler Verriegelung à la Sachtler Flowtech, aber kompakterem Formfaktor. SmallRig ist damit so erfolgreich, dass inzwischen auch Händler sich gezwungen sehen, deren Produkte anzubieten, obwohl die geringen Margen einen Verkauf eigentlich nicht rechtfertigen.
SmallRig ist inzwischen der Zubehör-Anbieter Nr. 1 geworden und greift sich mit unter anderem Akkus aggressiv weitere Marktanteile.
AUSBLICK
KI und wenig Neues, das klingt erstmal nach einer düsteren Zukunft. Dass aktuell wenig neue Kameras erscheinen, liegt dabei vor allem an der weiter grassierenden Speicherkrise. Hier wird Arbeits- und Festplattenspeicher (welcher noch gar nicht hergestellt ist) direkt von KI-Firmen (von Geld, was sie noch nicht haben) gekauft, um in Rechenzentren (welche noch nicht gebaut sind) montiert zu werden. Diese Knappheit schafft wenig Raum für Neuentwicklungen, den wer nicht gerade ein Vielfaches an Kosten für Entwicklung und Herstellung ausgeben möchte, hält sich derzeit mit großen Flaggschiff-Kameras zurück. Bezeichnend dafür sind die um die IBC angekündigten Sony FX5, Canon EOS R8 Mark II und OM System OM PEN – erstere ein Profiwerkzeug, welches aber der FX3 näher als den High-End Cine-Kameras ist, während die Canon- und OM System-Modelle klar an Einsteiger orientierte Kameras sind.
Die Canon R8 Mark II wurde kurz nach der IBC vorgestellt und ist Canons neuer Vollformat-Einstieg.
Trotzdem blickt die Branche optimistisch in die Zukunft, was auf den ersten Blick verwirrend klingt. Doch durch KI und virtuelle Produktionen ergeben sich abseits der etablierten Pfade und auch ohne teure Speicher neue Möglichkeiten, die Medienproduktionen der Zukunft zu gestalten. Dafür ist – bei aller Konkurrenz – mehr noch als sonst die Zusammenarbeit unterschiedlicher Hersteller erforderlich. Genau hier ist eine Messe wie die IBC wichtig, denn wenn alle Firmenvertreter an einem Ort versammelt sind, lässt es sich leichter austauschen und netzwerken. Auch der direkte Draht zu Besuchern und Presse und damit der direkte Blick in die Branche wird von den Ausstellenden sehr geschätzt. Insofern ist sicher, dass sich im nächsten Jahr alte und neue Gesichter wieder versammeln, wenn es heißt: es ist IBC-Woche!