Zum Hauptinhalt springen

Workshop: KI-Objektmasken in Premiere Pro – Premiere Pro goes Photoshop - Masken und KI-Objektmasken

| Jonas Schupp

Seite 2 von 3: Masken und KI-Objektmasken

MASKEN - VORHER 

Masken sind in Premiere Pro ja nichts Neues. Das stimmt, aber um zu verstehen, warum die KI-Objektmaske eine deutliche Verbesserung ist, müssen wir uns zuerst den bisherigen Status Quo anschauen. Als Beispiel soll eine klassische Aufgabe dienen: das Zensieren einer Person innerhalb einer Menschenmenge. Die Kamera bewegt sich dabei an einer Warteschlange vorbei, die Person taucht im Bild auf, bewegt sich hinter einer anderen Person und verschwindet durch die Kamerabewegung wieder. In der alten Praxis greifen wir nun zur Ellipsenmaske, erreichbar über das Mauszeiger-Werkzeugmenü via Alt-Taste und Mausklick auf das Masken-Werkzeug. An einer passenden Stelle zeichnen wir eine Ellipse um das Gesicht der Person. Die Maske taucht jetzt im Fenster „Nicht zugewiesene Masken“ auf und kann durch Verschieben frei Effekten zugewiesen werden. Nicht vergessen sollte man, die Maske mittels der Pfeile zu tracken.

Adobe Workshop Masken Mauszeiger TrackingErst die Maske auswählen (1), anschließend das Tracking laufen lassen (2) – so weit, so unkompliziert, oder?

Im zweiten Schritt verwenden wir einen Maskierungs- oder Unschärfe-Effekt unserer Wahl (zum Beispiel einen Gaußschen Weichzeichner), wobei Premiere Pro die nicht zugewiesene Maske automatisch auf diesen Effekt legt. Damit wäre die Zensur abgeschlossen, oder? Nicht ganz. Denn obwohl das Programm die Maskenposition und -größe automatisch anpasst, verliert es die Person an genau der Stelle, wo diese hinter einer anderen Person verschwindet und das Gesicht auf der anderen Seite auftaucht. Hier führt nichts an einer händischen Positionskorrektur vorbei.

Adobe Workshop Masken Gesicht danebenIn manchen Fällen ist bei den „klassischen“ Masken Handarbeit notwendig, weil die Maske das Gesicht nicht verfolgt bekommt, weil sich die Person beispielsweise hinter einer anderen bewegt.

KI-OBJEKTMASKE

Viel schneller geht es mit der neuen KI-Objektmaske. Einmal ausgewählt, können wir im Vorschaufenster, wie im Bildbearbeitungsprogramm Photoshop, Personen und Objekte auswählen oder unsere eigenen Masken zeichnen. Im Beispiel kreisen wir den Kopf der zu zensierenden Person ein und Premiere Pro erkennt automatisch, dass wir nur den Kopf maskieren wollen. Die Maske liegt dadurch sehr genau auf dem Gesicht, was nach der Weichzeichnung etwas unnatürlich wirken kann – Anpassungen der Maskenausweitung und -kante schaffen hier Abhilfe. Mit der KI-Objektmaske funktioniert das Tracking zudem deutlich besser, auch nach dem Verschwinden hinter der anderen Person wurde das zu zensierende Gesicht durchgehend erkannt und die Maske entsprechend angepasst.

Adobe Workshop Masken Gesicht markiertIndem man in der KI-Objektmaske das Gesicht umkreist, wählt man das Gesicht direkt aus. Alternativ kann man beispielsweise Personen direkt markieren.

KI-Objektmaske kreativ nutzen
Seite
Autor:
Jonas Schupp
Bildquellen:
Adobe, MEDIENBUREAU

Weitere Editing-Artikel

| Magazin Editing
Magix verkauft in einem zweiten Schritt ein großes Software-Paket rund um Vegas Video an Boris FX. Wir hatten die Gelegenheit mit Boris FX-Gründer Boris Yamnisky ein Hintergrundgespräch zu führen und die Strategie zu hinterfragen. …
| Magazin Editing
Künstliche Intelligenz macht vieles möglich, so zumindest die Theorie. Aiarty verspricht einfache und schnelle Aufbereitung und Verbesserung von altem und schlecht aufgenommenen Videomaterial. Wir haben den Video Enhancer getestet. …
| Magazin Editing
Den Umweg über After Effects ersparen möchte Adobe den Anwendenden mit dem neuen Update für Premiere Pro, das unter anderem „mitdenkende“ Objektmasken und ein überarbeitetes Effekteinstellungs-Fenster bereithält. VIDEOAKTIV zeigt in einem…