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Praxistest: Magix Video Deluxe 2027 Premium – Neue Funktionen, Stabilität und Arbeitsweise

| Jonas Schupp

Nach dem Verkauf der Profi-Programme an BorisFX konzentriert sich Magix auf Einsteiger und Amateure. Ist die neue Video Deluxe-Version das passende Schnittprogramm für den Video-(Wieder)einstieg oder für die schnelle Schnittzukunft der Hobbyisten?

360 Grad Kameravergleich Titel

 

IM TEST:
Magix Video Deluxe 2027 Premium, 70 Euro (zum Testzeitpunkt im Angebot für 55 Euro)

 

Magix hat sich unter der neuen Führung umfassend neu aufgestellt und die Profi-Programme wurde an BorisFX verkauft, ob nun Vegas oder im letzten Jahr Samplitude. Der Fokus bei Magix liegt damit in Zukunft auf den verbliebenen Einstiegs-Produkten Music Maker auf der Audioseite sowie Video Deluxe für alle Videofilmenden. Die seither nahezu permanenten Rabattaktionen machten dabei eher den Eindruck eines Ausverkaufs, mit der neuen Version von Video Deluxe sollen jedoch die Weichen für die Zukunft gestellt werden und Arbeitsabläufe mit neuen, größtenteils auf KI basierenden Funktionen vereinfacht und verbessert werden. Wie gut diese funktionieren und wie sich generell mit der neuen Video Deluxe-Version arbeiten lässt, testen wir hier.

Einen Einblick in die neuen Funktionen und die Arbeitsweise mit Magix Video Deluxe 2027 Premium gibt Jonas Schupp im Video.

VERSIONSVERLGEICH

Zum Test ist die Premium-Version von Video Deluxe angetreten, welche gegenüber der Einstiegs-Version Plus (55 Euro, zum Testzeitpunkt 45 Euro) mehr Credits für die KI-Anwendungen und Stock-Downloads, Stock-Musik sowie Hide V2 von der Plugin-Schmiede proDAD bereithält. Noch mehr Effekte sowie mehr Musik- und Stockmaterial-Downloads und insgesamt fünf proDAD-Plugins gibt es in der Ultimate-Version für 120 Euro, wobei Magix zum Testzeitpunkt (mal wieder) eine Rabattaktion fuhr und lediglich 100 Euro verlangte.

360 Grad Kameravergleich GRDie Unterschiede zwischen den Video Deluxe-Versionen betreffen vor allem mehr Effekte und Stock-Inhalte.

Generell spart Magix nicht mit Hinweisen auf neue Angebote und Rabattaktionen mit wechselnden Slogans und Prozenten. Schon beim Start des Schnittrechners schiebt sich desöfteren ein Rabatt-Banner ins rechte untere Blickfeld und schließt man Video Deluxe, so ploppt ein großes Fenster über allen anderen Anwendungen auf und bewirbt aktuelle Rabatte. Dabei werden auch Programme beworben, die man bereits im Besitz hat, so wurden wir in jedem Fenster zum vergünstigten Kauf von Video Deluxe 2027 Premium aufgefordert – nachdem wir in exakt diesem Programm noch vor wenigen Sekunden gearbeitet haben

Magix VideoDeluxe 2027 Premium WerbungSchließt man Video Deluxe 2027 Premium, bekommt man Werbung – für Video Deluxe 2027 Premium.


NEUE KI-WERKZEUGE

Neu ist das KI-Werkzeug für Sprache und Untertitel nicht, funktioniert nun aber offline direkt auf dem Rechner und kostet keine Credits mehr. Wobei man hier aber spezifizieren muss, denn für die über den Magix Hub aufgerufenen KI-Sprecher gibt es weiterhin ein Zeichenlimit. Komplett offline läuft demgegenüber die KI-Gesichtserkennung – wenn das Programm dabei nicht abstürzt. Denn nahezu jedes Mal, wenn wir die Funktion starteten, hing sich die Software auf und das trotz der Tatsache, dass unser Schnittrechner auch mit inzwischen vier Jahren auf dem Buckel nach wie vor zur Leistungs-Spitzenklasse gehört. Sollte die Erkennung dann doch nicht nur starten, sondern auch erfolgreich durchlaufen, kann man sein Material nach erkannten Personen durchsuchen und diese auch mit entsprechenden Labels versehen. Die Erkennung hat dabei zuverlässig funktioniert und erleichtert so beispielsweise bei Interviewsituationen mit mehreren Personen an unterschiedlichen Schauplätzen die Navigation – wenn Video Deluxe nicht abstürzt.

Magix VideoDeluxe 2027 Premium PersonenerkennungSolange das Schnittprogramm mitmacht, funktionierte die Gesichtserkennung zuverlässig.

TAGS, SUCHE UND RAW-SUPPORT

Nicht nur Personen lassen sich taggen, auch Clips können nun für eine leichtere Navigation mit Schlagworten versehen werden. Wobei die Funktion im Test nur auf Bilder anwendbar war und es auch dort zu Programmabstürzen kam. Diese traten auch beim ebenfalls neuen Raw-Bildsupport auf, mit welchem man eigentlich direkt mit RAW-Fotos arbeiten können soll. Die Möglichkeit einer eventuell besseren und bequemeren Nachbearbeitung durch Einsparung des Foto-Bearbeitungsprogramms konnten wir schlichtweg nicht testen, da Video Deluxe bei jedem Versuch abstürzte.

Magix VideoDeluxe 2027 Premium AbsturzDer Absturz-Dialog war im Test ein treuer Begleiter.

Hat man sein Material mit vorinstallierten, per KI-Gesichtserkennung vergebenen oder ganz frei erstellten Schlagworten versehen, kann man diese über die Funktion „Erweiterte Suche“ direkt aufrufen und dabei auch bestimmen, ob gefundenes Material entweder eines der Schlagwörter oder alle besitzen muss. Tatsächlich erleichtert diese Suche in großen Projekten die Navigation erheblich. Wir versahen im Testprojekt bewusst nicht alle, sondern nur die wichtigsten Clips mit Schlagwörtern, um diese bei Bedarf schnell wiederzufinden, was auch hervorragend funktionierte.

Magix VideoDeluxe 2027 Premium TagsÜber das entsprechende Fenster ruft man seine Schlagwörter schnell auf.


PRAXIS

Am sonstigen Workflow hat sich nichts geändert. Es bleibt dabei, dass Video Deluxe eine sehr niedrige Einstiegshürde hat und man schnell zu Ergebnissen kommt. Praktisch ist die automatische Blendenerstellung, wenn man zwei Clips ineinander verschiebt. Natürlich besitzt auch Video Deluxe wie jedes Schnittprogramm einige Eigenheiten, so wird beispielsweise der Ton von Clips nicht separat angezeigt und wer vergisst, die Tonspur stummzuschalten, kann von plötzlichen Geräuschen überrascht werden. Daran gewöhnt man sich aber ebenso wie an die Tatsache, dass bei Video Deluxe Look-Up-Tables (LUTs) aus dem Windows Explorer auf die Clips gezogen werden, anstatt diese im Programm selbst anzuwenden. Was uns gefällt ist die inzwischen gut implementierte Keyframe-Animation von Effekten und deren Parametern, viele der Effekte, Blenden und Overlays sind aber inzwischen ziemlich in die Jahre gekommen.

Magix VideoDeluxe 2027 Premium KeyframesMit Keyframes kann man Effektparameter schnell und einfach animieren.

Der Funktionsumfang ist dabei für ein Einsteiger-Videoschnittprogramm gut und vor allem dank diverser von Vegas übernommenen Effekten besser als noch vor einigen Versionen. Eine Ausgereiftheit eines Adobe Premiere Pro oder – in der Farbkorrektur – eines Blackmagic DaVinci Resolve erreicht Video Deluxe natürlich nicht, was aber auch nicht der Anspruch ist. Dennoch möchte man den Funktionsumfang durch Programme von Drittanbietern erweitern, so tauchen im Effektfenster beispielsweise FXhomes Ignite Color: Cine und ein BCC-Paket von BorisFX auf. Beide Plugins lassen sich direkt in Video Deluxe herunterladen und auch entsprechende Aktivierungscodes stehen zur Verfügung. Trotzdem konnten wir beide Plugins nicht aktivieren, denn für den BorisFX-Schlüssel sei das Limit an Aktivierungen erreicht und der Link zur Lizenzdatei von FXhome funktionierte nicht. Letzteres liegt wohl daran, dass die FXhome-Website seit Januar 2025 abgeschaltet ist und FXhome selbst zuvor on Artlist übernommen wurde. Warum diese beiden Plugins trotzdem in Video Deluxe verfügbar sind? Wir vermuten, dass sie in vorherigen Versionen verfügbar waren und man allen Nutzenden dieser Versionen weiter Zugang zu den Plugins geben möchte.

Magix VideoDeluxe 2027 Premium Aktivierung Hitfilm IgniteDie Plugins von FXhome und BorisFX ließen sich nicht aktivieren und sind vermutlich Überbleibsel von früheren Versionen. 

Vermutlich deshalb wirbt Magix auch nicht mit diesen Plugins, sondern stattdessen mit Effekten von proDAD. Teil der Premium-Version ist der Hide V2-Maskiereffekt, den Code dafür erhält man nach Kauf des Programms per Mail. Für die Aktivierung hat Magix eine eigene Anleitung veröffentlicht, nach derer man das Programm nutzen kann. Die Arbeitsweise ist dabei so wie noch mit der ersten Hide-Version, zu welcher wir damals schon ein Tutorial veröffentlicht haben.

 

FAZIT

Joachim Sauer VIDEOAKTIV Autor

Magix ist sich offensichtlich des Wettbewerbs durch kostenlose Schnittprogramme wie Filmora, Capcut und DaVinci Resolve bewusst und hat die Preise für Video Deluxe gesenkt – und startet zudem pausenlose Rabattaktionen. Unserer Meinung nach wichtiger als der Preis ist aber der Workflow, da dieser gerade bei Einsteigern und Amateuren intuitiv sein muss, damit man schnell zu ersten Ergebnissen kommt und lange bei dem Programm bleibt. Hier besitzt Video Deluxe eine der niedrigsten Einstiegshürden im Markt und eine übersichtliche Struktur, die man schnell versteht. Der Funktionsumfang ist dabei für ein Amateur-Schnittprogramm gut, wobei die Implementierung von Drittanbieter-Plugins etwas hakelig ist.

Dazu muss man jedoch auch sagen, dass die Konkurrenz Magix inzwischen gerade im Bereich der KI-Werkzeuge enteilt ist. Hier versucht man in der neuen Version anzusetzen, doch so praktisch wie beispielsweise die KI-Gesichtserkennung auf dem Papier ist, so instabil ist die Software bei der Nutzung der neuen Funktionen. Deshalb muss bei den neuen Funktionen definitiv in der Stabilität nachgebessert werden, will man den Anschluss an die Konkurrenz wahren.

+ niedrige Einstiegshürde
+ flüssiges Keyframe-Editing
+ Schlagwort-Suche
- neue Funktionen mit häufigen Abstürzen

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DATEN

DATEN UND TESTERGEBNISSE

Canon EOS C50 Tabellenbild

Hersteller Magix
Produkt Video Deluxe 2027 Premium
Internet www.magix.com
Preis 70 Euro
BEDIENUNG max. 30 Punkte 24/sehr gut
Installation & Service (20%) befriedigend
Hotline —
Software-Lieferumfang proDAD Hide, Musikbibliothek
Benutzerführung/Ergonomie (55%) sehr gut/sehr gut
Timeline/Storyboard ●/●
Automatischer Schnitt ●
Bedienungsanleitung (25%) sehr gut
Funktionen max. 40 Punkte 33/sehr gut
Import/Verwaltung (15%) hervorragend/gut
Batch-Capturing ●
Szenenerkennung ●
Aufnahme-Transcoding —
Schnitt/Audio (30%) sehr gut/hervorragend
Timelinespuren Video/Audio unbegrenzt/unbegrenzt
Einfügen/Überschreiben/3-Punkt/4-Punkt ●/●/●/●
Stereoskopie (3D) ●
Rubberband/Livemischer/Scrubbing ●/●/●
Voice-Over/O-Ton abtrennen ●/●
Effekte/Titel/Compositing (30%) hervorragend/sehr gut/sehr gut
Blenden/davon 3D 161/19
Helligigkeit/Kontrast/Sättigung ●/●/●
Farbkorrektur/Weich/Scharf ●/●/●
Keyframe-Editing/Dynamik ●/●
Zeitlupe/-raffer/rückwärts ●/●/●
Bild-in-Bild/Chroma Keying ●/●
Ausgabe/Authoring (15%) sehr gut/sehr gut
MPEG-Rate wählbar/variabel ●/●
MPEG2/AVCHD-SmartRendering ○/○
Animierte Menüs/Schaltflächen ●/●
Export auf HDV/AVCHD-DVD/Blu-ray ●/●/●
Stabilität (10%) befriedigend
SOFTWARE max. 30 Punkte 15/gut
Leistung (50%) sehr gut
Vorschau Vollbild auf Zweitmonitor
Echtzeitspuren 4K/HD 4
Ausgabe-Berechnung H.264/AVCHD 50p 0,6x
Stabilität (50%) befriedigend
va logo kl 100  
Urteil max.100 Punkte 72/gut
Preis/Leistung sehr gut
Autor:
Jonas Schupp
Bildquellen:
Magix, MEDIENBUREAU

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