KIT Karlsruhe: Testsystem mit photonischem Rechnen
Am KIT wird ein Testsystem für photonisches Rechnen erprobt. Es soll zeigen, wie sich lichtbasierte Prozessoren in bestehende Rechnerumgebungen einbinden lassen und so höhere Leistung bei weniger Energiebedarf machbar ist.
Am Karlsruher Institut für Technologie ist ein Testsystem für photonisches Rechnen in Betrieb gegangen. Die Anlage dienst als Test, wie sich lichtbasierte Prozessoren als Ergänzung zu klassischen Hochleistungsrechnern einsetzen lassen und welche Anwendungen sich diese Eigenschaften eignen. Zudem will man herausbekommen, wie die Technologie in bestehende Recheninfrastrukturen integriert werden kann. Im Fokus stehen Anwendungen der Künstlichen Intelligenz sowie weitere rechenintensive Aufgaben, bei denen Rechenzeit und Energiebedarf eine wichtige Rolle spielen. Photonische Prozessoren verarbeiten Informationen nicht über elektrische Ströme, sondern über Lichtsignale. Nach Angaben des KIT können sie bestimmte Rechenoperationen effizienter ausführen als herkömmliche Chips.
Professor Martin Frank, Direktor des Scientific Computing Center des KIT, sieht in dem Zugang zu photonischen Prozessoren neue Möglichkeiten für rechenintensive Anwendungen. Ziel sei es, klassische Rechner, Quantencomputer und lichtbasierte Systeme so zu kombinieren, dass Teilaufgaben jeweils auf der passenden Hardware ausgeführt werden. Auch Professorin Ina Schaefer vom Institut für Informationssicherheit und Verlässlichkeit KASTEL verweist auf hybride Lösungsstrategien. Komplexe Berechnungen könnten demnach auf verschiedene Hardwaretypen verteilt werden, um schneller und mit geringerem Energieeinsatz zu Ergebnissen zu kommen. Die Forschungsergebnisse sollen als Open Source verfügbar gemacht werden. Der Aufbau des Testsystems wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit rund 4,3 Millionen Euro gefördert. Die Hardware wurde im Rahmen des Quantum-Computing-Projekts QuSol beschafft und vom Stuttgarter Unternehmen Q.ANT entwickelt und gefertigt.
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Bildquellen: Cynthia Ruf, KIT |