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Adobe Premiere für Android: Mobiler Videoschnitt mit Mehrspur-Timeline

| Joachim Sauer

Adobe bringt Premiere Mobile auf Android. Die kostenlose App kombiniert Mehrspur-Schnitt, Audioreinigung, Vorlagen und 4K-Export ohne Wasserzeichen.

Adobe stellt Premiere Mobile ab sofort auch für Android bereit. Die App überträgt zentrale Werkzeuge der im vergangenen Jahr für das iPhone gestarteten Mobilversion auf unterstützte Android-Geräte und richtet sich an Creator, die Social-Clips, Vlogs oder Interviews direkt unterwegs bearbeiten möchten. Kern ist eine framegenaue Mehrspur-Timeline, auf der sich Video, Musik, Voiceover, Text und Effekte übereinanderlegen lassen. Clips können geschnitten, neu angeordnet und mit Übergängen kombiniert werden; zusätzliche Inhalte kommen aus eigenen Dateien, extrahierten Audiospuren oder dem integrierten Adobe-Stock-Angebot. Für einen schnellen Einstieg stehen von Creators erstellte Vorlagen bereit, außerdem lassen sich eigene Varianten anlegen. Bei Aufnahmen in lauter Umgebung soll die Funktion „Audio verbessern“ Hintergrundgeräusche reduzieren und die Sprachverständlichkeit von Interviews oder Voiceovers erhöhen. Ergänzend bietet die Android-Version Effekte, Übergänge, Musik und kreative Assets sowie Firefly-Werkzeuge für generatives Füllen, Bild-zu-Video und erzeugte Soundeffekte.

Die Premiere App ist für iOS schon länger bekannt - jetzt folgt die Variante für Android, die zumindest derzeit kostenfrei nutzbar ist. 

Das fertige Projekt kann in Auflösungen bis 4K exportiert werden. Werbung und Wasserzeichen gibt es laut Adobe nicht. Für Bearbeitung, lokales Speichern und Export ist zudem keine Anmeldung erforderlich, wodurch sich die App zunächst unabhängig von einem Creative-Cloud-Konto nutzen lässt. Allerdings verbrauchen die KI-Funktionen Generativ-Credits; zusätzliche Credits und Cloud-Speicher werden kostenpflichtig angeboten.

Zum Start fehlen allerdings mehrere Funktionen, die für einen durchgängigen Produktionsworkflow relevant sein können: Adobe kündigt Keyframes, Zuschneiden, Beat-Erkennung, verbesserte Untertitel, Adobe Fonts und die Weiterbearbeitung in Premiere auf dem Desktop erst für kommende Versionen an. Wer mobile Projekte später am Rechner fortsetzen möchte, sollte diesen Entwicklungsstand daher berücksichtigen.

Die App setzt Android 13 oder neuer und mindestens 5 GB RAM voraus. Premiere Mobile für Android ist ab sofort für 0 Euro im Google Play Store verfügbar; optionale Upgrades für weitere Firefly-Credits und Cloud-Speicher kosten je nach Adobe-Abo extra, konkrete Europreise nennt Adobe dafür nicht.