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Report: Autofokus-Technik - kreative Gefahren

| VIDEOAKTIV
Per Fingerdruck aufs Display festlegen, welches Objekt die Kamera automatisch scharfstellt: Dieses sogenannte AF-Tracking ist nur eine von vielen Funktionen, mit denen aktuelle Autofokus-Systeme das Filmen erleichtern. Im sechsten und letzten Teil dieser Serie werfen wir einen eher skeptischen Blick auf die "kreativen Gefahren" der aktuellen AF-Technik.


Kreative GefahrenDie Erkennung und Speicherung beispielsweise von Gesichtern sorgt bei manchen Experten natürlich auch für gewissen Bedenken. Man kann nur mutmaßen, wie viele der aktuellen Kameratechnologien aus Entwicklungen für Überwachungskameras oder militärischen Anwendungen stammen oder per Technologie-Transfer dort landen. Außerdem ist es inzwischen ja beispielsweise per Software möglich, die Mimik eines erkannten oder gespeicherten Gesichts zu verändern. Wenn immer mehr solcher Funktionen in die Kameras wandern, gibt es keine „echten“ Bilder mehr, von ungeklärten Fragen des Datenschutzes bei vernetzten Kameras ganz zu schweigen. Aber auch kreative Auswirkungen dieser Technologien sind zu bedenken. Firmen wie Canon arbeiten bei ihren DigitalPlattformen zur FotoArchivierung bereits mit KI.

Fuji gfx100 Prio Augen web

Die aktuelle AF-Technologie erkennt Gesichter und Augen - und das zumeist sehr genau. Wieviel davon (auch) aus Überwachungs-Kameratechnik zu millitärischen Zwecken stammt oder dort hin "wandert", darf sicherlich skeptisch betrachtet werden.

Alexander Müller von Canon Deutschland sagte dazu bei einer Tagung des PhotoindustrieVerbands (PIV): „In Zukunft könnte anhand des Motiv-Inhalts entschieden werden, ob ein Bild emotional eine wichtige Erinnerung für den Menschen darstellt, so dass das Bild automatisch zu den Favoriten sortiert wird.“ Lars Trieloff von Adobe Stock verweist auf aktuelle FilterTechniken, über die sich zum Beispiel Fotos mit bestimmter Schärfentiefe suchen lassen: „Das Interessante dabei ist, dass das Ganze nicht auf Basis der EXIF-Werte und Metadaten bestimmt wird, sondern dass es tatsächlich durch Bilderkennung passiert. Die Anwendung wurde darauf trainiert, Bilder mit großer und geringer Schärfentiefe zu erkennen.“ Dann entscheidet der Algorithmus möglicherweise nicht nur darüber, was scharfgestellt wird, sondern was wir uns später überhaupt noch ansehen.

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