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Praxistest: DJI Osmo Pocket 4P – das Imperium schlägt zurück - Digitalzoom, Nachtmodus und Fazit mit Wertungstabelle

| Joachim Sauer

Seite 4 von 4: Digitalzoom, Nachtmodus und Fazit mit Wertungstabelle

DIGITALZOOM

Die Bedienung der Osmo Pocket 4P ist mit der der Vorgängermodelle und im Grunde auch mit DJIs Actioncams identisch und mittlerweile allgemein bekannt. Neulinge werden die Piktogramme im Kameramenü anfangs etwas verwirrend finden, sich aber nach kurzer Eingewöhnungszeit direkt zurechtfinden. Bei der Benutzung der 4P kommt wie schon beim Luna Ultra-Praxistest ein richtiges Camcorder-Gefühl auf, dank der zwei Brennweiten mehr noch als bei Pocket 4 und den anderen Vorgängermodellen. An den immensen Brennweitenbereich der klassischen Camcorder kommt die 4P nicht ran, obwohl DJI mit einem 6- und 12-fachen Digitalzoom in diese Nähe rücken will. Dieser ist jedoch nicht verlustfrei und mit einem merklichen Verlust der Bildqualität verbunden, wenn auch weniger schwach als beispielsweise bei der Luna Ultra von Insta360. Auch hier kaschiert die Hintergrundunschärfe recht geschickt, dass das auch das Hauptmotiv nicht mehr ganz so scharf aussieht. Entspechend empfehlen wir trotzdem, sich an die beiden ursprünglichen Brennweiten zu halten, auch weil der Zoom zwischen Weitwinkel- und Teleobjektiv weder in der Bewegung noch in der Helligkeit reibungslos, sondern mit einem abrupten Sprung abläuft, wenn vom einen Objektiv auf das andere gewechselt wird.

Der Digitalzoom ist zwangsläufig mit Verlusten in der Bildqualität verbunden, die aber weniger stark als bei der Konkurrenz ausfallen.

NACHTMODUS

Wer bei wenig Licht noch nutzbare Bilder haben will, kommt nicht um den Nachtmodus herum, der taghelle Bilder auch bei fortgeschrittener Dämmerung verspricht. Hier sind dann maximal 30 Bilder in der Sekunde möglich, ob in 4K oder Full-HD und auch D-Log, D-Log 2 und HDR sind nicht mehr auswählbar – einzige Gestaltungs-Option sind die Filmlooks. Dafür schafft es die Pocket 4P, die Zeit um etwa zwei Stunden zurückzudrehen und Nachtaufnahmen so wirken zu lassen, als wären sie bei Dämmerung aufgenommen worden. Das geht natürlich nicht ganz ohne Nebenwirkung und das durch die Gain-Anhebung hervorgerufenen Bildrauschen muss DJI durch eine Rauschreduzierung kompensieren, was wiederum auf Kosten der Detailschärfe geht. DJI trifft aber ziemlich gut die Mitte aus Detailschärfe, Bildrauschen und Helligkeitsanhebung, was den Nachtmodus zu einer echten Hilfe bei wenig Licht macht.

DJI Osmo Pocket 4P nachtmodusMan könnte meinen, die Aufnahmen wären zu verschiedenen Tageszeiten aufgenommen worden, so sehr hebt der Nachtmodus die Helligkeit an.

 

FAZIT

Joachim Sauer VIDEOAKTIV Autor

DJI lässt keine offene Flanke und liefert mit der Osmo Pocket 4P ein wirklich gutes Upgrade zur kleineren Osmo Pocket 4 und eine perfekte Gegenspielerin zur Insta360 Luna Ultra. Die zweite Brennweite erhöht die Nutzbarkeit in Reportage-Situationen und bringt ein besseres Spiel mit der Unschärfe mit. Wie gut die Bildberuhigung funktioniert wird gerade durch die längere Brennweite deutlich, denn auch hier bleibt das Bild stets kontrollierbar und ruhig. Das ist zwar kein ganz großes Kino, aber dank D-Log ein wirklich technisch gutes Bild mit ordentlichen Farbverläufen. Dass es noch besser geht, beweist DJI selbst durch das D-log2-Profil, das man leider nur beim Weitwinkel anwenden kann. Genau das schränkt wiederum die Nutzbarkeit der zweiten Optik ein, zumal auch der Sprung in der Helligkeit beim Wechsel zwischen den Brennweiten sehr deutlich ausfällt. Hier muss DJI nochmal an der Feinabstimmung arbeiten – und idealerweise auch D-Log2 auf dem Tele noch umsetzen.

Wer sich die Frage stellt, ob man dann überhaupt die große Version braucht, oder ob es dann nicht doch die günstigere Osmo Pocken 4 tut: Wer in erster Linie Selfies dreht, braucht die Telebrennweite nur dann, wenn er vom Stativ aus arbeiten will – wobei hier tatsächlich die kleine Fernsteuerung trotz des kleinen Displays eine Hilfe ist. Fakt ist: Die Telebrennweite ist bei der Beobachtung vom Rand des Geschehens, sowohl im Sportbereich als auch bei Events eine echte Hilfe – selbst wenn man sie sicher nicht ganz so häufig verwendet wie das Weitwinkel.

Natürlich ist die spannende Frage, ob nun DJI oder Insta360 die besere Gimbal-Kamera liefert – ein Teil der Antwort liefert natürlich der Blick in die beiden Tests und unsere Bestenliste. Die genaue Analyse mit doch teils gravierenden Unterschieden – die gibt es demnächst genau hier bei VIDEOAKTIV.tv.

+ großer interner Speicher
+ hervorragende Bildberuhigung
+ hohe Dynamik durch D-Log 2
- D-Log 2 nicht auf Telebrennweite

Jetzt vergleichen in der

VA Bestenliste

DATEN

DATEN UND TESTERGEBNISSE

DJI Osmo Pocket 4P Tabellenbild

Hersteller DJI
Modell Osmo Pocket 4P
Preis 599 Euro (Basismodell)
689 Euro (Vlog Bundle, u.a. Zusatzakku und Mic Mini 2-Sender)
Abmessungen 15,9 x 6,9 x 3,3 cm
Gewicht 230 g
Internet www.dji.com
DATEN
Aufzeichnungsformate UHD (240/200/120/100/60/50/30/25/24p), Full-HD (240/200/120/100/60/50/30/25/24p)
max. Datenrate 130 Mbit/s
Codecs (Dateiformate) H.265, H.264
Max. Abtastung intern 4:2:0 (10 Bit, 8 Bit)
Aufnahmemedien interner Speicher/Micro-SDXC
Bildwandler/Auflösung 1 und 1/1,3 Zoll/37 Megapixel
BILDQUALITÄT max. 44 Punkte 35/sehr gut
Outdoor sehr gut
Indoor sehr gut
Lowlight sehr gut
Bildberuhigung hervorragend
Aufnahmewinkel (min - max.) 32-84 Grad
TON max. 7 Punkte 6/sehr gut
Tonaufnahme stereo
Mikrofonanschluss drahtlos
Tonqualität gut
AUSSTATTUNG max.23 Punkte 21,5/sehr gut
GPS-Empfänger/Bluetooth/WLAN ●/●/●
Akkufach/Zusatz-Akku ○/●
Anschlüsse USB-C
USB-C Speicher (intern/Karte) 103 GB/Micro-SD
Spritzwasserschutz
wasserdicht/Tiefenangabe  —/0 m
Unterwassergehäuse
Objektiv drehbar
Überkopfkorrektur manuell/automatisch
LED-Leuchte
Intervall-Fotofunktion
Aufnahmeloop
Pre-Recording
Lieferumfang Stativgewinde, sonstige Halterung
BEDIENUNG max.26 Punkte 21,5/sehr gut
Bedienungsanleitung nur digital, vollständig, verständlich
Akkulaufzeit  190 Minuten 
Akku-Ladezustand in Prozent
Fernbedienung inklusive und via App
Smartphone-App DJI Mimo
Touch-Dsplay
Status/Kontroll-Display (Diagonale) ●/● (5 cm)
Ein-Tasten-Aufnahme
gut erkennbare Record-Funktion
Menüstruktur übersichtlich und logisch
Fernsteuermöglichkeit sehr gut
Tasten/Handhabung gut bedienbar (auch mittels Gesten-/Sprachsteuerung)
va logo kl 100  
Urteil max.100 Punkte sehr gut 79
Preis/Leistung sehr gut

 

 

Seite
Autor:
Joachim Sauer, Jonas Schupp
Bildquellen:
DJI, Joachim Sauer, Jonas Schupp MEDIENBUREAU

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