Zum Hauptinhalt springen

Praxistest: Sony PXW-Z300 – Allround-Profi-Camcorder und die Konkurrenzkonzepte

| Joachim Sauer

Seite 1 von 5

Nicht weniger als die „eierlegende Wollmilchsau“ soll Sonys Profi-Camcorder PXW-Z300 sein und setzt statt einem CMOS-Sensor derer drei ein. Wir haben den 3-Chip-Henkelmann unter vielen verschiedenen Praxisszenarien eingesetzt und intensiv getestet.

360 Grad Kameravergleich Titel

 

IM TEST:
Sony PXW-Z300, 8.793 Euro

 

Braucht es in Zeiten von großformatigen Digitalkameras wie der Panasonic S1RII, kompakten Cine-Cams à la Nikon ZR oder Sony FX2 und spezialisierten PTZ-Kameras wie der AW-UE150 überhaupt noch „klassische“ Profi-Camcorder? Bei Sony hat man diese Frage offensichtlich mit „Ja!“ beantwortet und stellt mit dem PXW-Z300 einen voll ausgestatteten EB-Camcorder oberhalb des Z200 vor (hier zum Test). Der Clou: anstatt wie bei nahezu jeder anderen Kamera auf einen Sensor als Bildwandler zu setzen, besitzt der Z300 gleich drei, was direkt Erinnerungen zu den Dinosauriern unter den Camcordern mit drei CCD-Sensoren samt Prisma weckt. Zurück in die Zukunft also? Das finden wir hier im Test heraus.

Joachim Sauer hat den PXW-Z300 umfangreich testen können und zeigt im Video, was der Camcorder im Drehalltag kann.

ERGONOMIE

Es gilt nach wie vor: In Sachen Ergonomie können Digitalkameras Camcordern nicht das Wasser reichen und der Z300 beweist das einmal mehr. Ganz natürlich finden die Hände am gut ausgewogenen Gehäuse ihre Positionen, sei es beim Drehen auf Schulterhöhe oder, wie meistens, aus der Hüfte – und das, obwohl der Z300 etwas größer ist als sein kleiner Bruder Z200. Das liegt vor allem an den zusätzlichen Bedienelementen wie dem großen Blendenring oder den zwei zusätzlichen Audio-Pegelrädern. Die beeinträchtigen die Ergonomie jedoch nicht, sondern verbessern sie im Gegenteil durch besseren Direktzugriff. Was wir jedoch vermissen, ist ein Sucher. Sony bietet lediglich optional eine Augenmuschel an, welche auf das Display aufgesetzt wird. Jedoch lässt sich auch ohne Sucher mit dem 3,5 Zoll großen Display gut arbeiten, solange es nicht allzu hell ist. Wobei Sony immerhin einen guten Sonnenschutz mitliefert, der allerdings beim „aus der Hüfte“ arbeiten nur bedingt seine Wirkung entfalten kann. Praktisch ist die Halterung des Displays, welches ein Kippen und Drehen in nahezu alle Richtungen zulässt.

360 Grad Kameravergleich GRZoomwippe und Aufnahmetaste sind sowohl oben als auch an – in größer – an der Seite zu finden, so dass man beides in jeder Haltung bequem steuern kann.

Wie nahezu alle Camcorder ist das Objektiv des Z300 fest verbaut und besitzt einen sehr hohen Brennweitenbereich. Umgerechnet auf Kleinbild reicht die Optik von 30,3 bis 515 mm. Das bedeutet einen 17-fachen Zoomfaktor, so dass man in nahezu allen Situationen den richtigen Bildausschnitt finden sollte und dank konstanter F1.9-Blende ist im Telebereich sogar eine durchaus ordentliche Unschärfe möglich. Natürlich besitzt das Objektiv einen servo-unterstützten Motorzoom, wobei Sony hier im Gegensatz zum Z200 einen „echten“ motorischen Zoom-Ring verbaut. Will man diesen von Hand verstellen, muss man vorher den Servomotor abschalten, sonst riskiert man Schäden am Objektiv.

360 Grad Kameravergleich GRDas Objektiv stammt von Fujifilm und deckt einen Brennweitenbereich vom Weitwinkel bis weit in den Telebereich ab.

Drückt man die Menü-Taste kurz, öffnet sich ein mehrseitiges Quick-Menü, in welchem jede Seite einem bestimmten Menüpunkt zugeordnet ist und in Kacheln über die einzelnen Parameter informiert. Die Anordnung bietet eine schnelle Übersicht, doch die Navigation mittels Joystick und Bedienrad erfordern am Anfang etwas Eingewöhnung. Hat man sich daran mal gewöhnt klappt es jedoch sehr gut. Wir finden das Quick-Menü insgesamt deutlich übersichtlicher und besser zu bedienen als das „richtige“ Menü, welches sich öffnet, wenn man die Menü-Taste länger gedrückt hält. Dieses ist dann das klassische, seit Jahren unveränderte Camcorder-Menü – alte Hasen finden sich natürlich sofort zurecht, denn genau genommen wird es so schon seit Jahrzehnten eingesetzt. Doch gleichzeitig bedeutet dies, dass das Menü den modernen und deutlich intuitiveren grafischen Ansätzen nicht gerecht wird – oder härter ausgedrückt etwas antiquiert wirkt.

360 Grad Kameravergleich GRDas Quick-Menü ist kastenartig aufgebaut und gibt schnelle Übersicht über alle relevanten Parameter.

  

Sensor, Auflösungen und Formate
Seite
Autor:
Joachim Sauer
Bildquellen:
Sony, MEDIENBUREAU

Weitere Kamera-Artikel

| Magazin Kamera
Der Markt für kompakte Gimbal-Kameras wird klar von DJI beherrscht. Doch mit der Insta360 Luna Ultra kündigt sich ein Zweikampf an – die Gimbalkamera setzt ähnlich profesionelle Akzente wie die ebenfalls angekündigte Osmo Pocket 4K. …
| Magazin Kamera
PTZ-Kameras versprechen automatisiertes Filmen und Streamen ohne zusätzliches Personal. Wie das funktioniert und was die Profi-PTZ-Kamera Panasonic AW-UE150 dabei besonders macht, haben wir getestet.   IM TEST: Panasonic…
| Magazin Kamera
Die Lito-Drohnen treten die Nachfolge der Mini 3- und Mini 4K-Serien an und möchten Neu- und Wiedereinsteigern Drohnenperspektiven zum günstigen Preis bieten. Wie gut sie das schaffen, haben wir getestet.   IM TEST: DJI Lito…