Seite 2 von 4: Registrierung, App sowie Zoom- und AF-Funktionen
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STEUERUNG
Wie bei DJI üblich, muss auch die Osmo Pocket spätestens nach fünf Mal in Betrieb nehmen registriert werden. Wir kritisieren dies seit Jahren und betonen nochmal, dass wir eine Zwangsregistrierung bei einer Kamera, auch wenn diese stressfrei abläuft, für nicht zumutbar halten. Die zugehörige Mimo-App läuft gut und lässt sich leicht bedienen, ist aber für den Betrieb der Osmo Pocket 4 nicht zwingend nötig. Ihr Vorteil ist die gute Vorschau, bei der sich die Latenz nur aufmerksamen Filmschaffenden auffällt. Natürlich dient die App auch der Generierung von kurzen Social Media Clips, wobei dies zumindest im Zusammenspiel mit der D-Log-Aufzeichnung etwas zweckfrei ist. Wir haben zumindest keine Option gefunden, D-Log-Aufnahmen zu graden. Dennoch: Wer die Kamera aus der Ferne steuern will, benötigt die App, denn so sind ganz andere Aufnahmen möglich. Ein Beispiel gefällig: Wer bei der kirchlichen Trauung die Zeremonie nicht auffällig stören will, kann die Kamera im Altarbereich vor dem Brautpaar positionieren und bequem aus dem Kirchenschiff sowohl den Einzug in die Kirche als auch die Ringübergabe inklusive (begrenzter) Nahaufnahmen einfangen. Denn auch das Gimbal selbst sowie Autofokus und Zoom lassen sich steuern.
Die Mimo-App dient nicht nur der lästigen Registrierung, sondern steuert die Kamera zuverlässig aus der Ferne.
ZOOM
Die Osmo Pocket 4 ersetzt am ehesten die alte Camcorder-Klasse – auch wenn die meisten natürlich kritisieren, dass sie eben kein ordentliches Zoom hat. Ja, ein zweifaches Zoom ist besser als nichts, aber eben kein Ersatz dafür, dass sich die Filmschaffenden bewegen müssen. Von einer Position aus verschiedene Bildausschnitte einfangen geht zwar durch das steuerbare Gimbal, doch echte Nahaufnahmen bekommt man eben nicht hin, auch wenn sich der Zoomfaktor sauber steuern lässt. Etwas besser wird es mit dem immerhin 4-fach Zoom, das allerdings digital ins Bild „eintaucht“ und die Qualität merklich verschlechtert. Wir halten es deshalb für ungeeignet und empfehlen, das Digitalzoom zu vermeiden. Da es bei der Zoomsteuerung zwischen dem Zoomfaktor 2x und dem weiteren Digitalzoom einen kurzen „Zwischenstopp“ einlegt, ist auch klar, wann die Bildverschlechterung einsetzt.
Das Original und das 2-fach-Zoom sind qualitativ identisch – das 4-fach-Zoom verursacht zumindest bei 4K-Aufnahme eine deutlich schlechtere Qualität, da hier digital ins Bild gezoomt wird.
AUTOFOKUS
Mit dem Ein-Zoll-Sensor und Blende F2.0 beherrscht die Pocket 4 bereits Aufnahmen mit einer gewissen Unschärfe und durchaus ansehnlichem Freistellungeindruck. Auf der anderen Seite fordert dies, dass der Autofokus zuverlässig arbeitet, damit das eigentliche Objekt auch die Schärfe abbekommt. Wer auf Nummer sicher gehen will, muss deshalb das Objekt auf dem Display mit dem Finger markieren – wobei das nicht ganz so intuitiv klappt, wie man sich das wünscht. Denn prinzipiell gibt es zwei Markierungsvarianten: Einfach tippen für den Autofokus, die anschließend wieder verschwinden, doppelt tippen für die Objektverfolgung (Active Track), die aktiv sichtbar bleibt und zwangsläufig mit dem Autofokus gekoppelt ist. Wer also manuell das Gimbal steuert, aber die Schärfe auf ein Objekt legen will, hat keine echte Kontrolle über den Schärfepunkt – zumal auf dem kleinen Display die Schärfe nicht beurteilt werden kann. Mehrfach hat die Pocket 4 bei unseren Moderationen die Schärfe verlagert, was allerdings erst später im Schnitt aufgefallen ist.
Die Pocket 4 erzeugt mit dem 1-Zoll-Sensor eine durchaus ansehnliche Hintergrundunschärfe – der Autofokus bleibt aber nicht zuverlässig auf dem markierten Objekt.